Zwickau Capitol Planitz

Das Kino Capitol wurde 1938 eröffnet, sieht sich aber in der Tradition der Schneiders Lichtspiele, sodass als Gründungsdatum teilweise auf 1909 datiert ist. Es war als Tonfilmtheater konzipiert, so dass akustische Forderungen mit dem Einsatz neuer Materialien Vorrang hatten. Die Seitenwände waren über einem Sockel aus Kapagplatten mit Stoff bespannt, der mit Edelholzleisten unterteilt war. Die leicht gewölbte Decke besaß eine Verkleidung aus sogenannten Herakustik-Holzfaserplatten. Die Bühne war groß genug ausgebildet, um auch andere Veranstaltungen zu ermöglichen. Während der Saal indirekt von den Hohlkehlen aus beleuchtet wurde, konnte der Bühnenbereich mit farbigem Licht angestrahlt werden. Kontrastreich dazu war der Bühnenrahmen Silber getönt und besaß einen rotbraunen Samtvorhang. Im hinteren Bereich des Ranges waren Logen mit Sesseln und separatem Zugang vom Rangfoyer eingerichtet.

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Das Obergeschoss des Kopfbaus wurde für ein Büro und den Malerraum genutzt, während der Vorführraum mit der entsprechenden Technik im Dachgeschoss untergebracht war. Im Keller waren durch die gesetzlichen Forderungen neben den üblichen Technik- und Heizungsbereichen Luftschutzräume mit Kranken- und Behandlungszimmer eingerichtet. 1959 wurde das Kino auf Totalvision mit einer 12 m breiten Bildwand umgestellt, die Bühne erweitert und der Rang für eine bessere Sicht erhöht. Das Capitol’wurde noch bis 1994 bespielt und steht seitdem leer. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.

Quelle: Kinowiki

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Dokument erstellt am 09.08.2014
Letzte Änderung am 09.08.2014

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André Winternitz, Jahrgang 1977, ist freier Journalist und Redakteur, lebt und arbeitet in Schloß Holte-Stukenbrock. Neben der Verantwortung für das Onlinemagazin rottenplaces.de und das vierteljährlich erscheinende "rottenplaces Magazin" schreibt er für verschiedene, überregionale Medien. Winternitz macht sich stark für die Akzeptanz verlassener Bauwerke, den Denkmalschutz und die Industriekultur.