Unterricht am außerschulischen Lernort Point Alpha

Geisa (pm/aw). Die Gedenkstätte Point Alpha gilt als ein herausragender außerschulischer Lernort. Das vielfältige Angebot an unterschiedlichen Themen und Möglichkeiten möchte auch die Richard-Müller-Schule aus Fulda verstärkt in den Unterricht einbinden. Mit dem Ziel, eine der größten Schulen Osthessens mit aktuell knapp 2.500 Schülerinnen und Schülern mit dem bedeutenden Erinnerungs- und Bildungsort Point Alpha eng zu vernetzen, haben die Schulleiterin Claudia Hümmler-Hille und der Geschäftsführer der Point Alpha Stiftung Sebastian Leitsch nun eine Kooperation der beiden Institutionen vereinbart. Zukünftig sollen im regen Austausch miteinander regelmäßig Besuche von Schulklassen und Lehrkräften in der Gedenkstätte ermöglicht sowie die Entwicklung gemeinsamer Projekte, beispielsweise Ausstellungen, angestrebt werden.

„Mit dieser Partnerschaft fördern wir bewusst das historisch-politische Lernen und die demokratische Bildung unserer Schüler zu mündigen und gesellschaftlich verantwortlich handelnden Persönlichkeiten. Die jungen Heranwachsenden sind es schließlich, die die Zukunft unserer Demokratie und Gesellschaft gestalten werden. Somit ist die Vermittlung von Werten, wie den Grund- und Menschenrechten, unerlässlich“, sagt Oberstudiendirektorin Hümmler-Hille. „Die Gedenkstätte Point Alpha stellt als unvergleichliches Zeitzeugnis einen einzigartigen Lernort dar. Hier wird Geschichte erlebbar und die Schüler können eigene Erfahrungen mit den Ereignissen des Kalten Krieges und der innerdeutschen Teilung machen“, fügt Leitsch an.

Das Bildungsangebot der Point Alpha Stiftung reicht von Workshops über individuelle Schülerprojekttage bis hin zu Zeitzeugengesprächen und ergänzt damit die schulischen Lehrpläne optimal. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der historisch-politischen Bildung vor allem in den Fächern Geschichte und Politik. Ergiebige Anknüpfungspunkte und spannenden Themenfelder für fächerübergreifende Projekte bietet Point Alpha aber längst auch für die Bereiche Religion, Ethik, Biologie, so etwa im Umfeld des Biosphärenreservates am Grünen Band oder auf dem Weg der Hoffnung. Eigens für das Fach Englisch konzipiert ist mit „American Dream“ ein neuer Workshop zu den bereits bewährten Formaten zur innerdeutschen Grenze, Flucht und Tod an der Grenze und anderen hinzugekommen. Ein Fotoworkshop, in dem Schüler unter Anleitung einer Expertin individuell Motive an der ehemaligen Grenze inszenieren und portraitieren können, rundet das erneuerte Angebot ab.

„Die produktive Auseinandersetzung mit der Geschichte der deutsch-deutschen Teilung vor dem Hintergrund des Kalten Krieges sowie mit den spezifischen Ereignissen und bewegenden Schicksalen vor Ort eröffnet Schülern besondere Lernperspektiven, die wir im Klassenraum nicht gleichwertig ermöglichen können“, verdeutlicht Rolf Pauthner, Oberstudienrat an der Richard-Müller-Schule und derzeit in Teilzeit abgeordneter Mitarbeiter der Point-Alpha-Stiftung. „Hier auf Point Alpha wird für Schüler sehr konkret spür- und fassbar, wie vermeintlich ferne Weltpolitik in die individuellen Lebensentwürfe von Menschen hineinwirken, sie teils mit dramatischen Folgen beeinflussen oder gar zerstören kann. Sich damit zu konfrontieren, fördert auch die emotionale Persönlichkeitsentwicklung der jungen Menschen“ so Pauthner.