Tragischer Unfall auf dem Zechengelände Sophia-Jacoba

Zeche Sophia Jacoba. Foto: Bodoklecksel/CC BY-SA 3.0

Hückelhoven (aw). Am Sonntagmittag ist auf dem Areal der ehemaligen Zeche Sophia-Jacoba in Hückelhoven ein fast 2-jähriger Junge schwer verletzt worden und später im Krankenhaus verstorben. Wie die Polizei mitteilt, geschah der Unfall beim Spielen an einer Kippvorrichtung einer alten Lore. Während die kleine Schwester auf die Lore kletterte, bemerkte sie nicht, dass ihr Bruder unter selbiger eine Trinkflasche aufheben wollte. Plötzlich wippte die Kippvorrichtung nach unten und traf den Jungen mit voller Wucht. Der schwer verletzte Junge wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik nach Mönchengladbach geflogen, wo er später aufgrund seiner schweren Verletzungen verstarb.

Die Ermittler der Polizei versuchen nun den Unfallhergang zu rekonstruieren und die Schuldfrage zu ermitteln. Beider Kinder gehörten nach Angaben mehrerer Medien zu Besuchern eines Zirkus, der zurzeit auf einem Teilstück des Zechengeländes gastiert. Die Eltern des verstorbenen Jungen stehen unter Schock. Laut eines Polizeisprechers waren noch mehr Kinder auf dem Gelände unterwegs.

Die Zeche Sophia-Jacoba gehörte zum Aachener Steinkohlenrevier und förderte von 1914 bis zu ihrer Stilllegung im Jahre 1997 Anthrazit-Steinkohle. Sie galt ab 1960 und bis zur Aufgabe des Betriebes als modernste Steinkohlenzeche Europas. Der Zugang zum Zechengelände ist ausschließlich nur in Absprache mit der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur im Rahmen von Führungen oder Events möglich. Dort wo sich die Familie am Sonntag aufhielt, war der Zugang frei zugänglich. Der „Förderverein Schacht 3 Hückelhoven e. V.“ engagiert sich seit Jahren mit vielen Ehrenamtlichen, um gemeinsam mit der Stiftung den Schacht 3 der Zeche zu erhalten, zu sanieren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.