Tipps für die winterliche Fototour

Von André Winternitz – 04. Februar 2014

Wen es auch im Winter zu verlassenen Orten zieht, der weiß, wie oft einem die Eiszapfen aus der Nase hängen und man sich wünscht, lieber vor einem gut angeheizten Kamin zu sitzen. Je größer ein Gelände ist, desto länger hält man sich im Freien auf. Doch auch im Inneren der Gebäude ist es nicht viel wärmer – defekte oder ganz fehlende Scheiben und Türen sowie undichte Dachungen bieten keinen Schutz vor winterlichen Temperaturen. Aber ein gutes Motiv lässt ja so manchen jeglichen Schmerz vergessen – mich eingeschlossen. Worüber man sich aber neben der eigenen Gesundheit viel zu wenig Gedanken macht, ist über das Equipment, das bei eisigen Temperaturen doch oftmals arg leiden muss. Und während wir auf entsprechende Kleidung achten und heiße Getränke zuführen können, ziehen die metallischen Bauteile – und nicht nur diese – unserer „Werkzeuge“ die Kälte magisch an. Doch es gibt ein paar Tipps, wie man beispielsweise die Foto- oder Videokamera vor extremer Kälte schützen kann.

Eine Kamera ohne Akkus macht (doch) keinen Sinn. Man sollte also bedenken, dass die Kraftspeicher bei Kälte an Leistung verlieren. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, immer einen Ersatzakku mitzuführen und diesen möglichst warm zu transportieren. Hier empfiehlt sich die Hosen- oder Jackentasche. Ein im Ofen oder der Mikrowelle angewärmtes Körrnerkissen, das im Fotorucksack transportiert wird – so empfehlen es diverse Fotoforen – ist doch eher Schwachsinn. Was wirklich Sinn macht in der Fototasche oder dem Fotorucksack, sind Trockengranualt-Tütchen. Diese binden die Feuchtigkeit und sind in Verpackungen vieler Geräte zu finden – aber dies nur am Rande.

Einsatz der Kamera

Bevor die Fotokamera direkt aus dem warmen Lagerort in der Kälte eingesetzt wird, empfiehlt sich die Platzierung an einem kühleren Ort – wie z.B. Keller, Garage oder Auto – etwa eine Stunde vor dem Einsatz. So muss diese keinen extremen Temperaturunterschied überwinden. Nicht empfehlenswert ist weiter das permanente Wechseln des Objektivs im Freien. Auch das Anhauchen von Kamera oder Zubehör sollte man unterlassen. Nach dem Ende des „Fotoeinsatzes“ sollte man die Kamera nicht sofort den Zimmertemperaturen aussetzen. Hier empfiehlt sich, die Kamera in einen Gefrierbeutel zu stecken, die Luft herauszudrücken und dann fest zuzuknoten. Bildet sich dann trotzdem Kondenswasser, sollte die Kamera mehrfach mit einem Geschirrtuch abgetrocknet werden.

Auch sich selbst nicht vergessen!

Wir persönlich sollten natürlich darauf achten, dass unsere Extremitäten geschützt sind. Dicke Schuhe, Handschuhe, Mütze und Schal – so bleibt die Kälte zumindest bei Bewegung fern. Handschuhe sind übrigens ein riesen Vorteil, wenn das eigene Stativ zahlreiche Aluminiumteile hat. Aber auch Kunststoff kann schön kalt werden … Und wer den ein oder anderen Tipp beherzigt, der hat auch im Winter bei strengem Frost viel Spaß und lange Freude am Equipment.

Verlassene Orte und Ruinen sind im Winter besonders gefährlich. Erstens gibt es weder eine Räum- und Streupflicht, noch kann man bei Schnee „Stolperfallen“ sehen. Und jeder weiß, welche „Untiefen“ sich einem schon mal auftun. Schnee und Eis sind weiter eine gefährliche Mischung. Am Boden liegende Gegenstände wie Türen, Bretter, Metallplatten etc. können zu echten Rutschbahnen werden. Wenn man dann stolpert und sich geistesgegenwärtig abstützen möchte, sind Verletzungen durch dort liegende Gegenstände wie Glas, Nägel oder Schrauben usw. vorprogrammiert. Auch die Kleidung ist dann durchgeweicht – also unbedingt Wechselkleidung mitnehmen!

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André Winternitz, Jahrgang 1977, ist freier Journalist und Redakteur, lebt und arbeitet in Schloß Holte-Stukenbrock. Neben der Verantwortung für das Onlinemagazin rottenplaces.de und das vierteljährlich erscheinende "rottenplaces Magazin" schreibt er für verschiedene, überregionale Medien. Winternitz macht sich stark für die Akzeptanz verlassener Bauwerke, den Denkmalschutz und die Industriekultur.