Neuer Betriebshof auf dem ehemaligen Norton-Gelände

Traurige Ansicht der ehemaligen Norton-Werke. Foto: rottenplaces Archivfoto.

Köln (aw). Die Kölner Verkehrs-Betriebe haben das ehemalige Norton-Gelände in Wesseling erworben. Die KVB plant, auf dem Areal der Industriebrache zwischen Vorgebirgsstraße und Kronenweg einen neuen Betriebshof zu bauen, der den derzeitigen Betriebshof auf dem Gelände der Häfen und Güterverkehr Köln (HGK) in Wesseling ablösen soll. „Mit diesem Betriebshof werden wir unsere Abstell-, Werkstatt- und Personalkapazitäten deutlich vergrößern“, so KVB-Vorstandsvorsitzende Stefanie Haaks. „Es ist ein zukunftsweisendes Projekt, mit dem wir die Qualität und die Effizienz unseres Stadtbahn-Betriebes signifikant verbessern und damit einen wichtigen Beitrag zur Verkehrswende leisten.“

Die Bedingungen auf dem derzeitigen Betriebshof in Wesseling werden den aktuellen Herausforderungen des Stadtbahn-Betriebes nicht mehr gerecht. Die Werkstatthallen sind veraltet und vor allem für die Instandhaltung der geplanten längeren Stadtbahnen unzureichend ausgestattet. Auch die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeitenden entsprechen nicht modernen Anforderungen. Zudem wird eine Querung der Haupttrasse für das Wenden und die Abstellung der Bahnen künftig nicht mehr notwendig sein.

Das Norton-Gelände, das abseits der Wesselinger Fußgängerzone liegt, ist mit rund 87.000 Quadratmetern fast fünf Mal so groß wie das derzeitige Betriebshof-Areal, das dann aufgegeben wird. Auf dem neuen Betriebshof soll eine Abstellanlage mit einer Länge von mehr als 3,5 Kilometern entstehen, doppelt so groß wie die Anlage auf dem heutigen Betriebshof. Auch die Zahl der Werkstattgleise wird sich verdoppeln. Die Gleisanordnung ermöglicht ein effektiveres Rangieren der Stadtbahnen und eine optimale Nutzung der beiden geplanten Werkstatthallen.

Der Neubau ermöglicht darüber hinaus einen reibungsloseren Bauablauf, da keine Arbeiten im laufenden Betrieb erforderlich sind. Nach jetzigem Planungsstand könnte der Betriebshof 2030 fertiggestellt sein.

Das Areal schaffte es die letzten Jahren immer wieder in die Tagespresse. So stürzte vor einigen Jahren ein Mädchen, dass sich illegal auf dem Gelände befand, aus dem zweiten Stock in die Tiefe und verletzte sich schwer. Immer wieder musste die Feuerwehr zum Gelände ausrücken, um Brände zu löschen. Während der Corona-Pandemie wurden dort illegale Raves gefeiert.

Mitte 2016 wurde bekannt, dass der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (RVDL) die Gebäude gerne unter Denkmalschutz stellen würde. Der Verein kommt zu dem Schluss, dass es gleich mehrere denkmalrelevante Eigenschaften der Norton-Werke gibt, die eine Eintragung rechtfertigen würden.