Neue Auffahrung in der Grube Schlema-Alberoda

Die Sanierungsarbeiter Marc Ullman (links) und Denny Lenk beim Besetzen der Sprengscheibe des ersten Abschlages. Foto: Jörg Neubert

Schlema-Alberoda (pm/aw). Der langfristig sichere Umgang mit radonhaltigem Grubenwetter bleibt eine Schlüsselherausforderung am Wismut-Standort Schlema-Alberoda. In einem ambitionierten Vorhaben wird die Wismut GmbH in den nächsten 18 Monaten eine 225 Meter lange neue Strecke in der Grube Schlema-Alberoda auffahren.

In den vergangenen beiden Tagen haben zehn Kollegen mit den bergmännischen Arbeiten an der neuen Auffahrung begonnen. Nach umfangreichen Vorbereitungen begannen sie mit Bohrarbeiten am linken Stoß der Strecke 7A. Im Zweischichtbetrieb wird dann durch Bohren und Sprengen in den kommenden vier Wochen der Anfang der sogenannten Feldstrecke 27a hergestellt. Die Markscheider spielen hierbei eine entscheidende Rolle, indem sie die exakte Richtung vorgeben.

Die untertägigen Sanierungsarbeiten werden dem traditionellen bergmännischen Zyklus folgen: Zunächst wird in der vorgegebenen Richtung gebohrt, anschließend werden die Bohrlöcher mit Sprengstoff besetzt und schließlich das Gebirge durch kontrollierte Sprengungen gelöst. Die Bergleute sichern den Ort, bevor die freigesetzte Masse in 40 Hunte geladen wird, die über den Schacht 15IIb ausgefördert werden.

Später soll der Vortrieb im Gegenortbetrieb erfolgen. Das bedeutet, dass zwei Teams sich von gegenüberliegenden Arbeitsorten aus aufeinander zu bewegen. Das Gelände unmittelbar über der Neuauffahrung ist weitestgehend unbebaut. Die Sprengerschütterungen werden über Tage keine Beeinträchtigungen verursachen.

Die neu aufgefahrene untertägige Verbindung zwischen der Strecke 7A und dem Querschlag 33 auf dem Niveau der Markus-Semmler-Sohle ist von essentieller Bedeutung für die Wetterführung und die untertägige Verwahrung der Schächte 256 und 14b. Die Möglichkeit, die vorhandene Feldstrecke 27 für dieses Vorhaben zu nutzen, wurde verworfen. Untersuchungen ergaben, dass eine Rekonstruktion weder sicher noch wirtschaftlich gewesen wäre.

Um die radonhaltigen Wetter aus der Grube abzuleiten, wird die Markus-Semmler-Sohle auch in Zukunft offen gehalten. Die Bergleute der Wismut GmbH haben in den letzten Jahren intensiv an der Sanierung der Markus-Semmler-Sohle gearbeitet, um die langfristige Bewahrung eines stabilen Streckennetzes für die Bewetterung und Wasserhaltung sicherzustellen. Dies ist entscheidende Voraussetzung, um in den grubenbeeinflussten Häusern von Bad Schlema die Radonsituation zu beherrschen und eine effektive Wasserableitung zu gewährleisten.

Die Ableitung der radioaktiven Luft aus der Grube erfolgt über den Abwetterschacht 382 auf dem Schafberg. Die erhöhte Lage des Schachts ermöglicht eine effektive Ableitung und Verdünnung der Wetter nach oben ohne Gefährdung der Öffentlichkeit.