Motor Technica Museum

1973 wurde das Motor Technica Museum zuerst als Autotechnica Museum gegründet. Doch wer heute ein Museum oder gar einen Eingang zu den Ausstellungsflächen sucht, der wird bitter enttäuscht. Seit Ende 2007 ist das Museum geschlossen wegen Umbauarbeiten, das sagten zumindest die Eigentümer gegenüber dem Vlothoer Anzeiger. Doch diese Umbauarbeiten sollten im Jahr 2008 beendet sein, dann verschob man den Wiederherstellungs- und Öffnungstermin auf Ende 2009. Heute berichten die unmittelbaren Nachbarn, dass das Auto und Technikmuseum zu einem Militärmuseum umgewandelt werden soll. Darauf deutete bereits der Verkauf von einigen Pkw-Ausstellungsstücken hin, die über ein Online-Auktionshaus verkauft wurden. Passiert ist bis heute nichts nur die Schilder, die auf das Museum hinweisen, wurden entfernt. Ein Zeichen für das Ende dieser ehemaligen, sehenswerten Ausstellung.

Im Museum fand man auf 3000 Quadratmetern Automobilgeschichte von 1886 bis zur Neuzeit: Von der der Daimlermotorkutsche bis zum Mercedes 300 SL Flügeltürer über Automobile der 50er und 60er Jahre alles stilecht präsentiert. Mit über 250 Motorrädern die wohl größte Ausstellung in Europa, Lokomotiven und Dampfmaschinen, Hubschrauber, Flugzeuge, Jets, Doppeldecker, U-Boot, Werkzeugmaschinen, Panzer, Weltunikate: Jagdwagen von Kaiser Wilhelm dem II, gepanzerte Limousine von Erich Honecker, Bodenfundausstellungen, Absturzdiorama von historischen Flugzeugen. Neben den militärischen Funden, waren auf dem Museumsgelände und angrenzendem Außengelände auch eine Aero 680E Commander und L-39ZO, eine Antonov AN-2R, eine Bristol 171 Sycamore Mk.52, Dornier Do27A-1, Focke Wulf P149D, Lockheed TF-104G Starfighter, die Mikoyan Gurevich Typen MiG-21MF-75, MiG-21SPS und MiG-23UB, eine Mi-2, Mi-8PS und Mi-8PS, eine Republic P-47D Thunderbolt, Sud Aviation Alouette II und Sukhoi Su-22UM-3K. Was aktuell nicht dem Verfall ausgesetzt wurde, ist bereits abtransportiert worden. Der Schmutz und Dreck auf allen Austellungsexponaten, Verwahrlosung, Verwilderung und Überwucherungen der einstmals teuren Flug- und Fahrzeuge lassen keinen anderen Schluss zu, als ein Ende des ehemals größten deutschen Spezialmuseums seiner Art.

Noch vor rund sieben Jahren war vor allem ein Panzer aus dem Automuseum Star mancher RTL-Serie. So drehte Hans-Werner Olm für seine damalige gleichnamige Serie in Bad Oeynhausen. Auch das Team von „Alarm für Kobra 11“ lernte Bad Oeynhausen durch diesen Panzer kennen.

Was noch geblieben ist? Am Ende des verwilderten Freigeländes, der mit einem Zaun und Natodraht umgeben ist, kann man einen herrlichen, wenn auch trüben Blick auf das Kaiser Wilhelm Denkmal sowie dem Weserumland samt Weserflutbrücke der Autobahn A2 genießen.

Quelle: Wikipedia, Vlothoer Anzeiger, privat

Dokumenten Information
Copyright © rottenplaces 2010
Dokument erstellt am 22.02.2011
Letzte Änderung am 03.07.2014

Vorheriger ArtikelVogelparadies Bad Rothenfelde
Nächster ArtikelNachgefragt bei: Markus Watterott
André Winternitz, Jahrgang 1977, ist freier Journalist und Redakteur, lebt und arbeitet in Schloß Holte-Stukenbrock. Neben der Verantwortung für das Onlinemagazin rottenplaces.de und das vierteljährlich erscheinende "rottenplaces Magazin" schreibt er für verschiedene, überregionale Medien. Winternitz macht sich stark für die Akzeptanz verlassener Bauwerke, den Denkmalschutz und die Industriekultur.