Manfred Vollmer – ausgelöst. Fotografien von 1968 bis heute

Im Maschinenhaus Süd der 1993 stillgelegten Zeche Consolidation in Gelsenkirchen. Foto: Manfred Vollmer

Oberhausen (aw). „Mein Revier ist das Revier“ lautet für Jahrzehnte das Motto des in Essen lebenden Fotografen Manfred Vollmer. Und doch geht sein Interesse und seine fotografische Arbeit sehr viel weiter. Bereits das erste große Projekt, seine Abschlussarbeit an der Folkwangschule in Essen zum Thema „Kirchenfeste in Italien“, führt ihn Ende der 1960er Jahre immer wieder vor allem nach Süditalien.

Seit 1970, nach dem Examen an der Folkwangschule mit Folkwangpreis, arbeitet er als freier Fotograf vor allem für Wochen- und Tageszeitungen, für Verlage und Gewerkschaften, besonders für die IG Metall. Er baut sich systematisch ein Archiv mit einem großen Themenspektrum auf.

Seine Arbeit ist – und dies sieht man bis heute – so überzeugend, dass er dafür ausgezeichnet wird. 1978 reist er in die Bretagne, um als Bildreporter über die Ölpest zu berichten, die die Havarie des amerikanischen Tankers Amoco Cadiz verursacht hat. Dafür erhält er den ersten Preis beim World Press Photowettbewerb in der Kategorie „News Picture Stories“.

Doch sind seine Fotografien aus dem Ruhrgebiet, seine teilnehmenden Reportagen über die Arbeitskämpfe in den 1980er-hren, seine Begleitung von Arbeitern und Arbeiterinnen in den verschiedenen Branchen oder die Anteilnahme an den Lebensbedingungen der damals sogenannten ‚Gastarbeiter‘ das wohl prägendste Element seines Werkes. Vollmer hat von Anfang an die besonderen Bedingungen für die Menschen in der Arbeitswelt beobachtet und sie respektvoll in ihren Tätigkeiten gezeigt. Bei den Arbeitskämpfen stellt er sich auf die Seite der Arbeiter und berichtet in der Art der sozialdokumentarischen Fotografie über die Auseinandersetzungen. Mit großer Sensibilität hält er die oft bewegenden Momente fest und lässt auch dem weinenden Arbeiter seinen Stolz und seine Würde.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog: MANFRED VOLLMER – ausgelöst. Fotografien von 1968 bis heute; herausgegeben von Christine Vogt; 128 Seiten, 29,80 €, ISBN 978-3-7356-0842-0.

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