Kunst- und Kulturfestival „Begehungen“ in Kleingartensparte

Kulturfestival Begehungen Künstler Annett Schuster. Foto: Begehungen Chemnitz

Chemnitz (aw). Normalerweise findet das Kunst- und Kulturfestival „Begehungen“ in Brachen oder Industrieruinen im Stadtgebiet statt. Die Begehungen waren in den letzten Jahren unter anderem im Spinnereimaschinenbau auf der Altchemnitzer Straße, im mittlerweile abgerissenen Forum an der Mühlenstraße, in der Sporett an der Zwickauer Straße und im letzten Jahr im Kulturpalast Rabenstein zu Gast. Die 15. Ausgabe des Festivals (16. bis 19. August) lockt die Besucher nun in eine Kleingartensparte. Eingebettet in eine urbane Umgebung, am Hang gelegen, besetzt mit Lauben, Blumen, Bäumen und Beeten, befindet sich das Kleinod „Vereinte Kraft“, ein Rückzugsort und Heim für Selbstverwirklichung.

Unter dem Motto „Wenn unsere Laube endlich fliegen kann, dann sind wir jenseits von Beeten“ soll die Ausstellung dabei keine isolierte Einheit innerhalb eines Habitats sein, sie ist vielmehr für die Zeit des Festivals immanenter Bestandteil des Lebens in dieser Kleingartenanlage. Kleingärtner, Künstler und Publikum treten in eine Interaktion, deren Ergebnisse nicht vorhersehbar sind. Junge Künstler sind durch eine internationale Ausschreibung eingeladen, ihre Positionen in Chemnitz zu zeigen. Das Festival regt Bürger, Besucher und Kunstliebhaber aus allen Richtungen und über die regionalen Grenzen hinweg an, an der Chemnitzer Kulturszene teilzuhaben.

Das Festival „Begehungen“ wurde 2003 von der Regisseurin Beate Kunath und dem Journalisten Lars Neuenfeld ins Leben gerufen. Erstmalig fand es im Stadtviertel Sonnenberg statt und hat sich mittlerweile zu einem wiederkehrenden Kulturstatement entwickelt. Die Begehungen sind immer auch eine Auseinandersetzung mit dem Ort an dem sie stattfinden, seiner Geschichte und seiner Nutzung bzw. Nichtnutzung.