Keine rosige Zukunft für „Klein-Venedig“ in Meißen

"Klein Venedig" in Meißen. Foto: D.W.

Meißen (aw). Damals war (fast) alles besser, heißt es oft. Doch die Meißener blicken mit sorgenvollen Blicken auf ihr Quartier am Unterlauf der Triebisch zwischen Martin- und Uferstraße. Denn hier sind links liegend einige Gebäude in einem desolaten Zustand, soll gar abgerissen werden. Andere erstrahlen gegenüber frisch saniert in vollem Glanz. Wie die Sächsische Zeitung berichtet, blockiert der Stadtrat Pläne von Investoren, in dem er Veränderungssperren über das Gebiet verhängt. Dabei soll zudem in der Vergangenheit mehrfach der Verfall beschleunigt worden sein, durch offengelassene Fenstern und Dachluken. Um die Abbruchpläne vermutlich zu beschleunigen, sollen Gebäude durch die Stadt oder Stadtentwicklungs- und Erneuerungsgesellschaft (Seeg) aufgekauft, zugemauert und als Schrottimmobilien ohne entsprechende Versicherung gehalten werden, berichtet die Zeitung weiter.

Bekannt wurden die Vorgehen durch ein Schreiben von nicht namentlich genannt werden wollenden Bürgern an das für den Denkmalschutz zuständige Innenministerium. In diesem Schreiben machen Bürger ihrem ganzen Frust Luft, wollen nicht länger zusehen, wie ein Stadtquartier verfällt. Da in der Fährmannstraße alleine fünf Einzeldenkmale stehen, ist deren Erhalt kein kommunales Problem, sondern eines für Kreis oder Land. Der immer wieder vorgeschobene Aspekt des Problems mit Hochwassern ist auch kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Denn bei möglichen Sanierungsarbeiten an den betreffenden Gebäuden oder Neubauten könnten spezielle Stahlbeton-Unterkonstrukte, wie etwa Tiefgaragen, bereits eine Lösung sein. In seiner letzten Sitzung hat der Stadtrat sich für eine Aufwertung der Lebensqualität im Rahmen von speziellen Maßnahmen ausgesprochen und möchte Gelder von der Sächsischen Aufbaubank anzapfen.