Jagdschloss Fröhliche Wiederkunft erhält DSD-Spende

Zahlreichen zweckgebundenen privaten Spenden ist es zu danken, dass die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) nach 2011 und 2012 nun zum dritten Mal Mittel zur Wiederherstellung des Jagdschlosses Fröhliche Wiederkunft in Trockenborn im Saale-Holzland-Kreis zur Verfügung stellen kann. Für die Innenrestaurierung im zweiten Obergeschoss überbringt Barbara Schönfelder, Ortskuratorin Weimar der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), am Montag, den 1. September 2014 um 14.00 Uhr vor Ort einen Fördervertrag in Höhe von exakt 32.116,64 Euro an Professor Dr. Ulrich Schubert. An den Maßnahmen zur Aufarbeitung und Ergänzung der Dielenfußböden beteiligt sich auch das Land mit einem namhaften Betrag.

Von 1547 bis 1551 ließ der sächsische Kurfürst Johann Friedrich der Großmütige in den Wäldern des Holzlandes ein Jagdschloss errichten als Ersatz für ein in den Schmalkaldischen Kriegen andernorts zerstörtes Bauwerk. Er beauftragte damit Nikolaus Gromann, den landesfürstlichen Baumeister. Den Namen erhielt das Schloss als Erinnerung an die erste Begegnung Johann Friedrichs mit seiner Familie nach der Heimkehr aus mehrjähriger kaiserlicher Gefangenschaft 1552.

Die Anlage auf einer Insel in einem künstlich aufgestauten See verfiel spätestens seit dem Dreißigjährigen Krieg. Von 1858 bis 1865 wurde sie von Herzog Joseph von Sachsen-Altenburg umgebaut. Die räumliche Neuordnung und die konstruktiven Veränderungen erfolgten im Stil der Neogotik. Nach der Abdankung Herzogs Ernst II. von Sachsen-Altenburg 1918 diente das Schloss bis 1955 als dessen Ruhesitz. Teile der Anlage stellte der Herzog ab 1934 Angehörigen der Universität Jena als Erholungsheim zur Verfügung. Nach seinem Tod wurde das Schloss Volkseigentum und als Jugendwerk- und -lernhof genutzt.

Die unterschiedlichen Bauteile der auf fast quadratischem Grundriss errichteten Anlage stammen aus verschiedenen Bauphasen. An der Nordostecke erhebt sich der dreigeschossige Bau des sogenannten Alten Schlosses aus dem 16. Jahrhundert. Seine beiden Flügel sind unterschiedlich lang. Fünf quadratische, diagonal gestellte, viergeschossige Ecktürme schließen mit Spitzhelmen ab. Ein achteckiger Treppenturm endet mit einem hohen, leicht geschwungenen Helm und einer weit herausragenden kugelförmigen Bekrönung. Erdgeschoss und Treppenturm sind massiv, die oberen Geschosse eine nach 1858 verputzte Fachwerkkonstruktion. Die neogotische Innenarchitektur blieb weitgehend erhalten, auch die farbigen Raumfassungen sind vereinzelt überkommen. Die Westseite der Anlage begrenzt eine neogotische Zinnenmauer mit Tor. An den Südflügel schließt sich das in Fachwerk mit Backsteinausfachung errichtete sogenannte Fischerhäuschen an. Die Westseite der Anlage begrenzt eine neogotische Zinnenmauer mit Tor und Brücke. Nördlich führt eine zweite Brücke zum einstigen Wirtschaftshof.

Bemerkenswert sind der ehemalige Wohnflügel Herzogs Ernst II. mit dem Empfangsraum im Erdgeschoss, den Repräsentationsräumen – Fürstensaal, Herzog-Joseph-Zimmer, Malzimmer – im Obergeschoss und die durch eine Tresortür gesicherte Silberkammer.

Foto: Marie-Luise Preiss/Deutsche Stiftung Denkmalschutz