Hotel „Zur Waldburg“ Remagen

Das ehemalige Hotel „Zur Waldburg“ auf dem Remagener Victoriaberg wurde 1970 geschlossen und ist seitdem eine Ruine. Der Zustand des Gebäudes ist mehr als schlecht, große Teile der Substanz sind eingestürzt oder befinden sich kurz vor dem Kollaps. Vom Rheinblick ist ebenfalls nicht viel mehr zu erkennen, denn jahrelanger Wildwuchs hat die einst so malerische Aussicht beinahe komplett zunichtegemacht.

Die Entstehung der „Waldburg“ geht bis in das Jahr 1898 zurück, als der 1867 gegründete „Localverschönerungsverein“ die Immobilie bauen lies. Entstanden war ein großzügiges Ensemble mit Tennishalle und einem Plateau, von dem man einen großartigen Blick ins Rheintal genießen konnte. Auch vom früheren Saal und der Terrasse bot sich eine nicht weniger schlechtere Aussicht. 1937 errichteten Anne und Wilhelm Pilger hier ihr Hotel mit einem Kontingent von 17 Betten. Nach dem Zweiten Weltkrieg erweiterten sie das Hotel.

Das Schicksal der „Waldburg“ begann in den 1960er Jahren, als das Interesse an der Rheinromantik nachließ und die Gästezahlen rapide zurückgingen. Die derzeitigen Betreiber Waltraud und Majo Schumacher wollten reagieren und aus der Immobilie ein Hotel mit Restaurant und angrenzendem Seniorenheim formen. Eine Baugenehmigung bekamen sie nie. Mehr als ein Jahrzehnt kämpften die Eigentümer mit den Behörden, dann fehlte das Geld und die Kraft. Die „Waldburg“ wurde abgewickelt und rund 7.000 Quadratmeter Grund und Boden gingen im Erbbaurecht an ein Berliner Konsortium.

Über die Jahre scheiterten alle bisherigen Pläne. Dann, 1994, wurde die Immobilie erneut verkauft. Der neue Eigner, Dr. Volker Hömberg aus Düsseldorf, hatte geplant, auf selben Grund und Boden ein deutsches Neurodermitis-Zentrum zu errichten und hier eine Klinik zu integrieren. Obwohl es für das 30 Millionen Mark-Projekt grünes Licht gab, wurden auch diese Pläne nie Wirklichkeit. Als Grund dafür wird Gesundheitsreform der damaligen Bundesregierung angegeben.

Der damalige Bebauungsplan ist noch heute gültig. Dieser lässt eine Bebauung mit Zweckbestimmung „Therapeutische Klinik“ auch einen Hotel-Neubau zu. Eine private Wohnbebauung wurde seitens der Stadt Remagen konsequent abgelehnt. Das Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz in Mainz hatte vorgesehen, bei einer neuen Nutzung der Immobilie – beispielsweise als Klinik – den Turm zu erhalten und diesen in die Einfahrt zu integrieren. Doch dem Turm wurde von diversen Experten keine rosige Zukunft vorhergesagt. Seit 2012 wird die Immobilie samt Grundstück von einem Unternehmen für einen Millionenbetrag zum Kauf angeboten.

Quellen: aw-wiki.de, Blick aktuell, privat

Dokument-Information
Objekt ID: rp-032882
Kategorie: Handel und Gewerbe
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Standort: keine Angabe
Baujahr: 1898
Denkmalschutz: nein
Architekt: keine Angabe
Objekt erfasst: 17.02.2017
Objekt erstellt: 17.05.2018
Letzte Änderung: 17.05.2018
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André Winternitz, Jahrgang 1977, ist freier Journalist und Redakteur, lebt und arbeitet in Schloß Holte-Stukenbrock. Neben der Verantwortung für das Onlinemagazin rottenplaces.de und das vierteljährlich erscheinende "rottenplaces Magazin" schreibt er für verschiedene, überregionale Medien. Winternitz macht sich stark für die Akzeptanz verlassener Bauwerke, den Denkmalschutz und die Industriekultur.