Historischer Wetterhahn zurück auf dem Altenberger Dom

Eine mobile Arbeitsbühne mit einem rund 90 Meter langen Auslegearm brachte die Handwerker an die Turmspitze. Foto: BLB NRW

Odenthal (pm/aw). Der Altenberger Dom in Odenthal hat seinen vergoldeten Wetterhahn zurück. In einem spektakulären Kraneinsatz wurde das historische Stück, zusammen mit Kreuz und Turmkugel, wieder auf die Kirchturmspitze gesetzt. Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB NRW) hatte den Wetterhahn zuvor im Auftrag der Bezirksregierung Köln und in Zusammenarbeit mit dem Altenberger Domverein restaurieren lassen.

Der historische Wetterhahn stammt ursprünglich aus dem Jahr 1904 und wurde Anfang der 1990er Jahre bei einem Unwetter beschädigt. Mit ihm kehrt nun ein Stück Geschichte zurück an die Spitze des Altenberger Doms. Und diese Rückkehr war durchaus spektakulär: Eine mobile Arbeitsbühne mit einem rund 90 Meter langen Auslegerarm brachte die Handwerker an die Turmspitze. Die montierten dort in über 50 Metern Höhe erst eine Bleischürze, dann das Kreuz mit der Turmkugel und dem ‚neuen alten‘ Wetterhahn.

„Die Montage in dieser luftigen Höhe ist natürlich eine Herausforderung für Handwerker“, erklärt Manfred Fischer, der als Projektverantwortlicher des BLB NRW die Restaurierung koordiniert hat. „Der vergoldete Hahn wiegt alleine schon rund 25 Kilogramm, deshalb wurde die Spitze zuerst in mehreren Schritten montiert, mit dem ‚krönenden Abschluss‘ ganz am Ende“. Restauriert wurde der Hahn zuvor drei Monate von einem spezialisierten Kunstschmied, aus der Umgebung.

Während der letzten drei Jahrzehnte konnten Besucher den historischen Hahn in den Ausstellungsräumen des Altenberger Dom-Vereins im Kulturhaus Zanders bewundern. In diesem Jahr hat ihn der Verein, der den Hahn unter Federführung seiner Gründerin Maria Zanders 1904 stiftete, zur Restaurierung zur Verfügung gestellt, um ihn wieder fit für die Kirchturmspitze zu machen. „Wir wollten dieses schöne und geschichtsträchtige Stück natürlich erhalten“, blickt Catrin Riquier, Geschäftsführerin des Dom-Vereins, zurück. „Dass der Hahn jetzt seinen Weg zurück auf die Turmspitze gefunden hat und dort wieder weithin sichtbar strahlt, freut uns natürlich sehr.“

Zuletzt zierte für fast 25 Jahre immerhin ein nachgebauter Hahn aus Kupfer die Kirchturmspitze, der 1997 zur 150-jährigen Jubiläum der Wiederherstellung des Doms angebracht wurde, damals allerdings ohne Kran: Montiert hatte ihn der ehemalige WDR-Wettermoderator Franz Burbach in einer nicht minder spektakulären Kletteraktion bei der 150-Jahrfeier.

Das Land Nordrhein-Westfalen, vertreten durch die Bezirksregierung Köln, ist Eigentümer und Verwalter diverser Kirchen und Sonderliegenschaften. Der Fokus der Arbeit liegt dabei auf dem Erhalt, der Bewahrung aber auch in der Nutzbarmachung dieser kulturellen Zeugnisse aus verschiedenen Jahrhunderten. Das finanzielle Engagement des Landes, wie hier beim Austausch des Wetterhahnes, dient der Erhaltung und Stärkung des regionalen Erbes und der Vielfalt. Es trägt dazu bei, dass Traditionen und Werte bewahrt und an die nächste Generation weitergegeben werden.

Der Altenberger Dom, häufig auch der “Bergische Dom” genannt, ist die Kirche des ehemaligen Klosters Altenberg und wurde in seiner bis heute erhalten gebliebenen Form ab Mitte des 13. Jahrhunderts errichtet. Im Zuge der Säkularisation, im Jahr 1803, wurde die Abtei aufgelöst, das Inventar versteigert und die Kirche wurde an private Eigentümer verkauft. Nach mehrfachem Besitzerwechsel und diversen Nutzungen – unter anderem als Chemiefabrik – wurde die Kirchenruine dem preußischen Staat geschenkt. Dieser finanzierte unter Friedrich Wilhelm III. bis 1847 den Wiederaufbau der Abteikirche. 1857 wurde die gemeinsame kirchliche Nutzung durch die katholischen und evangelischen Gemeinden zur Auflage, seitdem nutzen beide Gemeinden den Altenberger Dom als Pfarrkirche. In den Jahren 1994 bis 2006 erfolgte durch das Land Nordrhein-Westfalen eine umfassende konstruktive Instandsetzung und konservatorische Sicherung der historischen Bausubstanz. Die Gesamtkosten dieser Sanierung und Restaurierung betrugen 21,5 Millionen Euro.