„Hidden Costs“ – Luftbilder von Fotograf J Henry Fair im Schiffshebewerk

Der Fotograf J Henry Fair bei der Eröffnung der Wanderausstellung "Hidden Costs" an der Hen-richshütte Hattingen. Foto: LWL / Fischer

Waltrop (lwl). Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) zeigt zur Zeit im Schiffshebewerk die Sonderausstellung „Hidden Costs. Ewigkeitslasten“ mit Luftbildern des US-amerikanischen Fotografen J Henry Fair. Am Mittwoch (17.8.) um 19 Uhr besucht der Künstler das Schiffshebewerk und berichtet in einem Bildervortrag über seine Arbeit. Anschließend können die Besucher*innen sich mit ihm austauschen. Der Ortsverband Ostvest des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) wird mit einem Infostand vor Ort vertreten sein.

Die Sonderausstellung „Hidden Costs. Ewigkeitslasten“ ist im Hafengebäude am Oberwasser zu sehen. Sie zeigt auf 45 großformatigen Luftaufnahmen die Probleme, die die Ausbeutung unseres Planeten mit sich bringt: verseuchte Gewässer, überformte Landschaften, verbrannte Erde. Ein Schwerpunkt der Ausstellung liegt in der nordamerikanischen Heimat des Künstlers, doch auch in Deutschland und Europa findet Fair Motive, die zum Nachdenken anregen.

Die Fotos, die zuvor unter anderem auf der Zeche Zollern in Dortmund die Besucher*innen beeindruckten, bestechen zunächst durch ihre seltsame Schönheit: Ein schneeweißer Berg erhebt sich hinter einem grünen Wald, Flüssigkeiten glänzen golden im Licht, bizarre Muster in leuchtenden Farben wecken die Neugier auf die Geschichte hinter dem Bild. Erst auf den zweiten Blick erschließt sich das Problem, das der Arbeit des Künstlers zugrunde liegt.

Luft, Wasser und Boden sind für Henry Fair unveräußerliche Werte, die allen Lebewesen gehören. Der Umweltaktivist prangert mit seinen Bildern das geltende Wirtschaftssystem an, das es einigen Akteuren ermögliche, dieses Vermögen der Allgemeinheit zu ihrem persönlichen Vorteil zu plündern, ohne dafür zu bezahlen. Die langfristigen Folgen der Industrialisierung, die sogenannten Ewigkeitslasten, aber trage die gesamte Gesellschaft.

Der Fotograf

Der Umweltaktivist Henry Fair beschäftigt sich schon länger mit industriellen Anlagen. Heimlich betrat er Raffinerien und Kohlebergwerke, doch ihm fehlte die Gesamtperspektive, und die am stärksten vergifteten Landschaften blieben unerreichbar. Die Idee des Zugangs aus der Luft kam ihm während eines Nachtflugs über die USA. Als er in der Morgendämmerung den aus einer Nebeldecke ragenden Kühlturm eines Kraftwerks sah, griff er zur Kamera. Fair nennt es eine Offenbarung: „Ich kann alle meine Ziele aus der Luft erreichen. Ich kann nicht nur Zäune überwinden, sondern auch Landschaften von oben in faszinierende abstrakte Bilder verwandeln.“

Katalog: Hidden Costs. Ewigkeitslasten. Fotografien von J Henry Fair. Hg. LWL-Industriemuseum, Robert Laube. 120 reich bebilderte Seiten, zweisprachig dt./engl. Klartext Verlag, Essen 2018, ISBN 978-3-8375-2052-1. Preis: 19,95 Euro.