Heiligen-Geist-Kirche wird weiter instandgesetzt

Wismar (dsd/aw). Dank einer zweckgebundenen Spende der Gerlind und Ernst Denert-Stiftung kann die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) die Instandsetzung des Dachtragwerks und der Dacheindeckung an der Heiligen-Geist-Kirche in Wismar mit 20.000 Euro unterstützen. 1326 wurde der Hauptaltar der einschiffigen, spätgotischen Hallen- und Spitalkirche Heiligen Geist geweiht. Der Kirchensaal diente gleichzeitig als Gotteshaus, Klinik und Herberge. 1411 wurde an der Westseite des Heiligen-Geist-Hofes ein neues Siechenhaus erbaut und im 16. Jahrhundert auch das Wohnen in der Kirche endgültig aufgegeben. In dem Spital sollten „die Werke der Barmherzigkeit durch der Gläubigen Almosen geübet, die Schwachen erquicket, die im Geiste verwirrten und vom versehrten Gewissen Geängstigten getröstet, die Armen, Elenden und Frembden zur Herberge aufgenommen und entgästet und andere dergleichen christliche Dienste geleistet werden“, heißt es bei Magister Dietrich Schröder im 18. Jahrhundert.

1699 stürzte bei der Explosion dreier nahegelegener Pulvertürme das gotische Tonnengewölbe der Kirche ein. Bei der Wiederherstellung veränderte man den Charakter des Raumes durch das Einziehen einer barocken Holzbalkendecke. Sie wurde bemalt mit 104 spielenden Putten und 26 von Akanthusranken gerahmten Medaillons, die Szenen aus dem Alten Testament zeigen. Zu den weiteren Ausstattungsstücken zählt die Kanzel von 1585 und die mit Zunftzeichen versehenen Wangen des Gestühls von 1571-1589. Neben mittelalterlichen Fresco-Resten an der Nordwand ist an der Südwand des Schiffs ein Fresco aus der Erbauungszeit der Kirche erhalten. Ein hierzulande einzigartiges an die Wand gemaltes Meditationsbild für Kranke bildet aus 99 gotischen Majuskeln 504 Mal die Worte Deo Gracias – Gott sei Dank.

Aus aktuellem Anlass: Für die auf solidarische Hilfe angewiesenen Denkmal-Eigentümer der jüngsten Hochwasser-Katastrophe in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Bayern hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ein Sonderkonto eingerichtet. Die historischen Ortschaften sind vielfach Ausflugsziele und somit nicht nur die Heimat, sondern auch die wirtschaftliche Grundlage ihrer Bewohner. Helfen Sie mit: Deutsche Stiftung Denkmalschutz * Spendenkonto Hochwasserkatastrophe * IBAN DE78 3804 0007 0555 5552 00.