Haus Fühlingen

Das Haus Fühlingen ist ein Teil eines ehemaligen Gestüts aus der Zeit um 1888, erbaut von Eduard Freiherr von Oppenheim und ist denkmalgeschützt. Das Herrenhaus ist 2,5 geschossig und besitzt eine Loggia mit einer Freitreppe. Neben dem Herrenhaus errichtete Oppenheim in der Fühlinger-Heide – also einem großen Teil seines Anwesens – ein Gestüt mit eigenener Pferderennbahn und einer vulominösen Reithalle um eine eigene Pferdezucht zu betreiben. Eine weitere weitläufige Fläche nutzte er für die Futterproduktion.

Bis zum Jahr 1907 muss Oppenheim erkennen, dass der Boden für eine Pferdezucht ungeeignet ist. Aufgrund immer größer werdenden verlust beschließt der Freiherr, die Gebäude samt Grundstück zu verkaufen. 1910 wird das Gelände zum Kiesabbau genutzt, hierfür wird parallel die Pferderennbahn komplett entfernt, die restliche Fläche steht der Landwirtschaft zur Verfügung. Doch auch diese Unternehmungen erzielen nicht den gewünschten wirtschaftlichen Effekt, auch dieses Vorhaben scheitert. Was seitdem dort geschah, wer das Gebäude nutzte und wofür ist nicht ausreichend belegt und kann nicht mit Quellen belegt werden.

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Seit einigen Jahren jedoch steht das wuchtige Gebäude leer und wird immer wieder von unerlaubten Eindringlingen beschädigt. Zudem nagt der Zahn der Zeit massiv an den alten Gemäuern. Laut Zeitungsmeldung des Kölner Stadtanzeigers von 2008 sollte das Herrenhaus restauriert werden, geplant waren 33 Mietwohnungen. Das Projekt scheiterte. Seit Mitte 2010 arbeiten das Amt für Denkmalschutz und der Eigentümer des Herrenhauses laut dem Kölner Stadtanzeiger an einer möglichst schnellen Sanierung des altehrwürdigen Reiterhofs. Aufgrund der ersten Umplanungen verfiel die erteilte Baugenehmigung. Der ortsansässigen Bürgerinitiative ist das Gelände ein Dorn im Auge. Auch sie haben kein Verständnis dafür, wie sehr man das ehemals stolze Gebäude in all den Jahren so hat verkommen lassen.

Über die Jahre bissen sich Investoren an der Immobilie die Zähne aus. Der Denkmalschutz, die stark befahrene Straße und Vandalismus ließen große Planungen sterben. Dann wurden Pläne einer Umgehungstraße laut, später beschlossen. 2013 wechselte erneut der Besitzer. Ein Investor möchte in dem alten Gutshof von 1888 auf rund 2.700 Quadratmetern 34 denkmalgeschützte und Neubau- Eigentumswohnungen mit einer Größe zwischen 40 und 165 Quadratmetern schaffen. Dazu sollen 36 Tiefgaragenplätze entstehen. Der vordere Teil des Ensembles soll saniert und durch zwei neue Seitenflügel, Innenhof und Tiefgarage ergänzt werden. Mit entsprechendem Feingefühl soll aus dem Baudenkmal die einmalige Konstellation aus repräsentativer Wohnkultur und modernster ästhetischer und technischer Symbiose werden.

Pläne mit der Unteren Denkmalbehörde und dem Tiefbauamt mussten abgestimmt werden. Es fehlte die Baugenehmigung. Vor Baubeginn fanden archäologische Grabungen statt. Baubeginn soll noch 2016 sein, Fertigstellung Ende 2017.

Quelle: Wikipedia, Kölner Stadtanzeiger, Dolphin Trust, privat

Interessante Links

www.gutshof-am-see.de
www.dolphin-trust.com

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Dokument erstellt am 22.05.2011
Letzte Änderung am 03.07.2016

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André Winternitz, Jahrgang 1977, ist freier Journalist und Redakteur, lebt und arbeitet in Schloß Holte-Stukenbrock. Neben der Verantwortung für das Onlinemagazin rottenplaces.de und das vierteljährlich erscheinende "rottenplaces Magazin" schreibt er für verschiedene, überregionale Medien. Winternitz macht sich stark für die Akzeptanz verlassener Bauwerke, den Denkmalschutz und die Industriekultur.