Freude und Erschrecken beim Förderverein Schloss Hummelshain

Neues Jagdschloss Hummelshain. Foto: rottenplaces Archivfoto

Hummelshain (aw). Gerade erst wurden dem Förderverein Schloss Hummelshain stattliche 1,53 Millionen Euro – finanziert je zur Hälfte vom Bund und vom Freistaat Thüringen – für die denkmalsgerechte Sanierung des stark geschädigten Daches, sowie die Trockenlegung des Gebäudes von unten bewilligt. Einen 160 Seiten langen Antrag hatte der Verein eingereicht und am 19. Juni von Staatsministerin Monika Grütters die Fördermittelzusagen bekommen. Eine Expertenkommission der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien stufte das Hummelshainer Jagd- und Residenzschloss im Mai dieses Jahres als Bauwerk von nationaler Bedeutung ein (wir berichteten).

Doch so groß die Freude über diese riesige Fördersumme auch ist, beim Verein macht sich die Angst breit: Angst vor Haftungsgründen. Schatzmeisterin Katrin Schönberg stellte die Frage, ob Vorstandsmitglieder haften müssen, wenn bei dem Projekt etwas daneben geht und das sogar mit dem persönlichen Vermögen. Beim Förderverein, der mittlerweile 34 Mitglieder und einen fünfköpfigen Vorstand hat, wurde diese Frage schon im letzten Jahr diskutiert, als Landesmittel in Höhe von 75.000 Euro bewilligt wurden. Mit diesem Geld wurden in den vergangenen Monaten zwei einsturzgefährdete Bereiche am Westflügel des Schlosses saniert.

Der Vereinsvorsitzende Rainer Hohberg mit Schatzmeisterin Katrin Schönberg am Neuen Schloss Foto: Claudia Hohberg

Der Vereinsvorsitzende Rainer Hohberg hat recherchiert und hat nun die Antworten. „Etwas ehrenamtlich und unentgeltlich zu tun, schützt in der Tat nicht vor Haftungsansprüchen. Aber wir haben als Verein schon so viele knifflige Probleme gelöst“, ist Hohberg überzeugt. Gleichzeitig fragte Hohberg bei der Ehrenamtsstiftung nach, die 2002 vom ehemaligen Ministerpräsidenten Althaus ins Leben gerufen wurde. Besagte Versicherung greift nur für ehrenamtlich tätige Bürger, die nicht in Vereinen organisiert sind. „Das ist ziemlich absurd, da der überwältigende Teil ehrenamtlicher Arbeit bekanntlich in Vereinen geleistet wird – aber es ist so“, sagt Hohberg.

Nach Angaben des Vorsitzenden gibt es jedoch eine andere Möglichkeit. Es gibt Haftpflichtversicherungen und Vermögensschadens-Haftpflichtversicherungen für Vereine, insbesondere für die haftenden Vorstandsmitglieder. Hohberg hat inzwischen von verschiedenen Versicherungen Angebote eingeholt. Diese sind nicht eben billig, kosten pro Jahr zwischen 500 bis 900 Euro. Der Verein kann diese Summe nicht stemmen, weder aus der Vereinskasse, noch aus dem privaten Vermögen der Vorstandsmitglieder. Deshalb werden nun Sponsoren gesucht, die diese jährlichen Versicherungskosten übernehmen. Hohberg ist sich sicher, dass eine zeitnahe Lösung gefunden werden kann.