Fotoausstellung „Momente des Erinnerns – was zu sehen bleibt“

Vorbereitung der Sonderausstellung "Momente des Erinnerns". Foto: Steffi Robak

Leisnig (aw). In der Sonderausstellung „Momente des Erinnerns“ zeigt die Journalistin und Fotografin Steffi Robak ab dem 8. Juli 2017 Aufnahmen von fotografischen Streifzügen durch verlassene Orte in der Bundesrepublik. Ihre ausgestellten Motive, die bewusst auf Perfektion verzichten sollen, sind in den Kaplanstuben auf Burg Mildenstein (Landkreis Mittelsachsen) zu bewundern. Für die Fotos war die geborene Karlsburgerin in ehemaligen Industriebrachen, Militärarealen, Sanatorien und Abbruchhäusern unterwegs. Bevor der Auslöser für ein Motiv gedrückt wird, hat Robak meistens den Titel des Bildes im Kopf. Dann folgt ein „Einfrieren“ der Momentsituation, die oftmals die Schönheit des Verfalls widerspiegelt, aber auch die schonungslose Kraft der Natur, die sich nach der Aufgabe menschlicher Bauten alles zurückholt.

Die Zeit bereitet das Verlassene für die Rückeroberung durch die Natur vor: Sturmreif-Schießen in Extrem-Zeitlupe. Die Fotos sind Standbilder dieses Vorgangs. Fotografisch mag manches unperfekt sein als Zugeständnis an dieses momenthaft „Eigenblickige“. Letzteres schlägt sich auch in kontextuellen Divergenzen von Motiv und Titel nieder. Für Robak gilt: Den Ort behutsam durch das fotografische Auge entdecken. „Ein Teil der Aufgabe lautet: Den Ort wieder zu verlassen, ohne etwas zerstört zu haben, zu verändern oder mitzunehmen. Und vor allem nicht dem Drang nachzugeben, die Lage des Fundortes einer möglichst breiten Öffentlichkeit preiszugeben, wie ein Jäger eine Trophäe präsentiert oder ein Urlauber seine Reisemitbringsel“, sagt Robak.

Die Vernissage findet am 8. Juli um 14 Uhr statt. Interessierte sind herzlich eingeladen. Die Ausstellung wird bis zum 31. Oktober 2017 gezeigt.

Sonderausstellung „Momente des Erinnerns“
Kaplanstube Burg Mildenstein
8. Juli bis 31. Oktober
Burglehn 6, 04703 Leisnig
www.burg-mildenstein.de