Feiertag: Kulturpalast in Dresden wird wiedereröffnet

Blick zum Dresdner Kulturpalast. gmp Architekten/Christian Gahl

Dresden (aw). 60 Millionen Ostmark kostete der einstige Kulturpalast (im Volksmund auch „Kulti“ genannt; Anm. d. Red.) in Dresden, der seinerzeit als größter Mehrzweckbau der DDR galt. Der Kulturpalast wird nicht nur unter Bauexperten als eines der wichtigsten Bauwerke der einstigen DDR bezeichnet. Seit 1969 war die Dresdner Philharmonie dort ansässig. Im Inneren fanden neben glamourösen Konzerten auch Tagungen und Unterhaltungsshows statt, dann gastierten Klassikstars sowie Showgrößen im Ensemble. Eine veraltete Brandschutztechnik läutete Ende 2012 das Ende ein: Die Betriebserlaubnis erlosch.

Kulturpalast Dresden gesehen vom Altmarkt, 2006. Foto: Florian S./CC BY-SA 3.0

2008 beschloss der Stadtrat den Umbau des Kulturpalastes. Dieser war lange Zeit umstritten. 2013 begannen die Arbeiten an der Immobilie, eingebaut wurde ein neuer und akustisch moderner Saal für die Dresdner Philharmonie, der nicht nur optimalen Sound ermöglicht, sondern auch architektonisch ein Hingucker ist . Insgesamt werden die Kosten des Umbaus auf rund 100 Millionen Euro beziffert – mehr als 35 Millionen Euro teurer als anfangs geplant. Begonnen hatte die Diskussion um einen Neubau oder eine ausführliche Sanierung bereits mit der politischen Wende. Doch die Kulturvielfalt musste beim Aufschwung-Ost erst jahrelang hinten anstehen.

Die Projektleitung für den imposanten Konzertsaal hatte der Architekt Christian Hellmund. Sowohl die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudebestandes als auch der Neubau des Konzertsaales mit rund 1.800 Plätzen wurde nach Entwurf der Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp) als Weinbergsaal realisiert, die 2009 den Wettbewerb für das Projekt gewinnen konnten. Der Konzertsaal ist vergleichbar mit dem der Elbphilharmonie oder der neuen Pariser Philharmonie. Der Vorteil dieser Bauart: Die Zuschauer sitzen näher am Dirigenten und der optisch-visuelle Eindruck wird noch verstärkt.

Konzersaal im Kulturpalast. Foto: gmp Architekten/Christian Gahl

Von Akustikern wird diese Variante jedoch nicht bevorzugt, denn die richtige Kalibrierung der Akustik ist in diesem Fall bedeutend schwieriger als bei anderen Gestaltungen. Umso detailreicher und umfangreicher ist die akustische Umsetzung im Dresdner Kulturpalast. Der Saal ist im Wesentlichen mit Gipskarton verkleidet, denn nur dieser Baustoff bringt die Massivität auf, den Schall zu reflektieren und nicht selbst in Schwingung zu geraten. Das Festprogramm zur Eröffnung verspricht eine weite Bandbreite klanglicher Situationen.

Besucher der lange ausverkauften Festakte sollen in die verschiedenen Klangeigenschaften des Konzertsaales eintauchen. Wer keine Karten für die Feierlichkeiten am Wochenende bekommen hat, oder einfach nur in den Genuss musikalischer Meisterklänge kommen möchte, kann das Eröffnungskonzert am Freitagabend ab 19 Uhr vor dem Kulturpalast auf einer LED-Leinwand verfolgen. Begleitet wird das Programm vor dem Palast von einer audiovisuellen Lichtshow. Am Tag nach der Eröffnung des „Kultis“ werden mit der neuen Zentralbibliothek sowie dem Saal für das Kabarett „Herkuleskeule“ die Räume der weiteren zukünftigen Hauptnutzer des Kulturpalastes eingeweiht.

Hauptfoyer im Kulturpalast. Foto: gmp Architekten/Christian Gahl

Der MDR-Sachsen berichtet im „Sachsenspiegel“ ab 19 Uhr von der feierlichen Eröffnung. BR-KLASSIK sendet am Mittwoch, 3. Mai 2017, um 20:03 Uhr eine Konzertaufnahme der Eröffnung aus dem neuen Konzertsaal im Dresdner Kulturpalast mit der Dresdner Philharmonie, dem MDR Rundfunkchor, dem Philharmonischen Kinderchor Dresden, dem Philharmonischen Chor Dresden – unter Leitung von Michael Sanderling.

Das vollständige Programm im Internet unter www.kulturpalast-dresden.de