Erbpachtvertrag: Papierfabrik-Abbruch verzögert sich

Massive Zerstörungen durch Vandalen und Feuer schon in 2012.

Düsseldorf (aw). Lange wurde diskutiert, lange wurde der Abbruch der ehemaligen Papierfabrik Hermes an der Fringsstraße in Düsseldorf angekündigt. Nach den zahlreichen Vandalismusschäden und Bränden an der Substanz sehnten sich nicht nur Anwohner eine rasche Lösung herbei. Wie der Eigentümer des Areals – Markus Mertens, Vorstand der Rialto Capitol AG, der die Immobilie vom Insolvenzverwalter gekauft hat (wir berichteten), wartet derzeit noch auf den entscheidenden Erbpachtvertrag. Ursprünglich sollte besagter Vertrag bereits im Sommer unterschrieben sein, doch der Grundbesitzer, die Neuss-Düsseldorfer-Häfen, haben den Vertrag bis heute nicht unterzeichnet. Der Bauzaun, der ungebetene „Gäste“ bisher von einem Eindringen abhalten sollte, wurde vom Eigner entfernt. Dafür wurden die Öffnungen der Ruine durch mehr als 200 Stahlplatten ersetzt.

Trotzdem verschaffen sich immer wieder ungebetene Gäste illegal Zutritt zu den Gebäuden. Bisher hat der Eigentümer eine fünfstellige Summe in die Sicherung der Substanz investiert. Doch da der Erbpachtvertrag auch bis heute nicht unterzeichnet wurde, geschieht mit der ehemaligen Papierfabrik erst mal nichts. Die Erbpacht – so berichtet „rp-online.de“, ist noch für zehn Jahre bezahlt. Eigentlich könnte der Gewerbebetrieb die Geschäfte wieder aufnehmen, wenn nicht jegliches Inventar ausgeräumt wurde. Obwohl sich die Brände in der Vergangenheit häuften, und man mit den Vertragspartnern bedingt durch ein Gutachten einen schnellen Rückbau vorantreiben wollte, wird nun ein eine Expertise über mögliche Altlasten im Boden des Areals gefordert. Was wie eine unendliche Geschichte klingt, wird vom Eigentümer akzeptiert und in naher Zukunft auch realisiert.

Der Investor hatte mit einem Architekturbüro einen Vertrag geschlossen – nachdem an der Wasserseite 40 Prozent des Projekts für Wohneinheiten, 60 Prozent für Logistikanforderungen genutzt werden sollten. Doch die vielen Brände im Objekt ärgerten nicht nur die Einsatzkräfte und den Steuerzahler, auch das Architekturbüro ging auf Distanz zum Projekt. Trotz all der Umstände hält der Investor – die Rialto Capital an den Plänen fest und kann sich sogar vorstellen, von Köln in den Düsseldorfer Hafen umzusiedeln. Bis alle rechtlichen Umstände geklärt sind, ruht der ersehnte Abbruch.