Diskussion über Abriss oder Sanierung der Talsperre Euba

Talsperre Euba. Foto: Kora27/CC BY-SA 4.0

Chemnitz (aw). Derzeit entbrennt eine Diskussion über die Talsperre im Chemnitzer Stadtteil Euba. Abbruch oder Sanierung – das ist hier die Frage. Weil es Probleme mit den Dichtungsvorrichtungen gibt, ist die Talsperre, die von 1911 bis 1914 zur Wasserversorgung der Dampflokomotiven im Rangierbahnhof Chemnitz-Hilbersdorf gebaut wurde, nicht mehr in Betrieb. Die Staumauer besteht aus den Gesteinen, die aus dem benachbarten Steinbruch, dem späteren Eibsee, gewonnen und mit einer Feldeisenbahn zum Stausee befördert wurden. Das Ensemble steht unter Denkmalschutz.

2013 wollte ein Investor das Areal erwerben und mit anderen Geldgebern ein zeitgemäßes Naherholungsgebiet mit diversen touristischen Angeboten entstehen lassen. Aus diesen Plänen wurde bis heute nichts. Die Stadt forderte eine Sicherheitsleistung in Höhe von 300.000 Euro, die der Investor ablehnte. Der Verein „Rettet die Talsperre Euba“ möchte das Gelände für Drohnen-Flugsport entwickeln.

Gleichzeitig gibt es seitens der Stadt mehrere Optionen für die Staumauer, bzw. die Talsperre. Eine Studie wurde in Auftrag gegeben. Bis Mitte kommenden Jahres soll daraus eine Beschlussvorlage erarbeitet werden. Käme es zu einem Abbruch, dann müssten Staumauer samt Kronenhäuser und Schieberhaus entfernt werden. Die Kosten belaufen sich dann auf etwa 1,7 Millionen Euro. Alternativ könnte nach dem Abbruch der Originalzustand wie beim Bau wiederhergestellt werden. Kosten des Teilabbruchs: 2 Millionen Euro, ohne Neubaukosten. Der Denkmalschutz allerdings würde für ein zeitintensives Verfahren sorgen.

Ein Neubau würde geschätzt 5,7 Millionen kosten. Hierbei würden nach einem Teilabbruch die Kronenhäuser samt aller Betriebsanlagen neu entstehen. Laut Studie könnte die Wasserfläche genutzt werden, doch momentan fehle es an ausreichendem Zufluss und einem Stausee-Konzept. Eine Sicherung – als dritte Variante – sähe eine Instandsetzung der Staumauer sowie der Mauerkrone und der Kronenhäuser vor. Das Schieberhaus müsste dann entfernt werden. 1,5 Millionen Euro müsste man in dieser Variante einplanen. Nicht einkalkuliert: die Folgekosten.