DEW21-Gasometer in Dortmund wird gesprengt

Blick vom Deusenberg zum DEW-Gasometer in Dortmund. Foto: Frank Vincentz/CC BY-SA 3.0

Für den Niederdruckgasbehälter des Energieversorgers DEW21 in Dortmund-Lindenhorst ist die Zeit gekommen. Der Gasometer, der mit einem Volumen von 150.000 Kubikmetern, einem Druchmesser von 51.2 und einer Höhe von 82,9 Metern zur Speicherung von Erdgas zur Versorgung der Dortmunder Bevölkerung diente, soll am Sonntag (18. Oktober) gesprengt werden. Dies wird nicht nur eine heikle Angelegenheit, denn in der Nähre befindet sich ein Kugelgasbehälter und die Zufahrtsstraße – also muss der Gasometer punktgenau fallen. Sprengmeister Michael Schneider von der Firma Liesegang aus Hürth blickt auf eine 35-jährige Sprengerfahrung zurück, aber einen Gasometer dieser Größe hat er auch noch nicht gesprengt.

Schneider gehört zu den Sprengmeistern mit der meisten Erfahrung in Deutschland. Auch in Dortmung war er bereits aktiv, hat das alte Volkswohlbund-Gebäude in der Innenstadt punktgenau „umgelegt“. Ein konventioneller Abriss des Gasometers kam aufgrund der Größe und der Enge um das Konstrukt nicht in Frage. Dieser Rückbau wäre nur im Sommer möglich gewesen und hätte Monate gedauert. Deshalb begann man vor etwa einem Jahr mit den Planungen und einer Machbarkeitsstudie rund um die Sprengung begonnen. Mehr als 20 Behördenvertreter waren Teil dieser Studie, bis die Zahlen und Fakten für die Sprengung standen. Seit vier Wochen ist das Abbruchunternehmen nun aktiv. Am Behälter werden Einschnitte gemacht und ein „Sprengmaul“ geschaffen – damit der Gasbehälter hier einknickt. Anders als bei anderen Bauwerken kann man die Sprengladungen nicht in Bohrlöchern installieren. Ais diesem Grund werden Schneidladungen eingesesetzt.

Am Sonntag wird es zwei Explosionen geben. Bei der ersten wird das Dach des Gasometers „entfernt“, sodass dieses einklappt. Dafür hat man bereits 80 Prozent der Dachumrandung eingeschnitten, die Schneidladungen teilen diese dann. Durch dieses Einklappen soll der Dachdeckel kontrolliert und parallel mit der Außenwand auf dem Boden landen. Wenige Sekunden danach wird die Außenwand gesprengt und so destabilisiert, damit die Stahlhülle durch das Eigengewicht in sich zusammenfällt. In diesem Moment fallen etwa 1.500 Tonnen Stahl in ein geschaffenes Fallbett aus Erde – wenn alles klappt. Diese gesamte Maßnahme kostet rund 1,1 Millionen Euro, die Aufräumarbeiten werden bis Ende November dauern. Am Sonntag wird ein 250 Meter breiter Sicherheitsradius rund um den Ort der Srengung eingerichtet und anliegende Straßen gesperrt. Die ganze Sprengaktion dauert etwa 8 Sekunden und startet um 10 Uhr. (aw)