Denkmalstiftung fördert Sanierungsarbeiten am Pumpwerk Mergelstetten

Pumpwerk Mergelstetten. Foto: Stadtwerke Heidenheim

Stuttgart/Heidenheim-Mergelstetten (pm/aw). 1885 begann in Heidenheim die öffentliche Wasserversorgung: Aus dem Pumpwerk im benachbarten, damals noch eigenständigen Mergelstetten floss zum ersten Mal frisch gefördertes Trinkwasser in den Hochbehälter am Schlossberg und die angeschlossenen Haushalte – bis heute. Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg fördert die Außensanierung des inzwischen denkmalgeschützten Gebäudes mit einem Zuschuss von 20.000 Euro aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale.

„Als Element der Albwasserversorgung war das Pumpwerk Mergelstetten einst ein Meilenstein auf dem Weg zu hygienischem Trinkwasser für breite Teile der Albbevölkerung“, erinnert Wolfgang Riehle, Vorstandsmitglied der Denkmalstiftung Baden-Württemberg. „Der jahrhundertelange Wassermangel auf der Alb fand durch diese Ingenieursleistung ein Ende.“ Bis dahin wurde überwiegend in Hülen und Zisternen gesammeltes Regenwasser auch als Trinkwasser verwendet.

Die Pläne für das Pumpwerk Mergelstetten stammen vom Stuttgarter Baurat Karl Ehmann, der die gesamte Albwasserversorgung erdacht und entworfen hat: ein Gebäude mit T-förmigem Grundriss, einem relativ schwach geneigten Schieferdach mit üppig dimensionierten Überständen und reich verzierten Backsteinfassaden, wie sie im ausgehenden 19. Jahrhundert für Industriebauten typisch waren.

„Für eine Dampfpumpstation mit Wärterwohnung war diese zweckmäßige Architektur bestens geeignet“, ergänzt Riehle. „Aber nicht nur baugeschichtlich, sondern auch technik- und landesgeschichtlich stellt das Pumpwerk Mergelstetten heute ein bedeutsames Zeitzeugnis dar.“

Die Stadtwerke Heidenheim als Eigentümer investieren mit einer umfassenden Außensanierung in den Erhalt des Kulturdenkmals. Nach Reparaturen von Feuchteschäden im hölzernen Tragwerk wird das Dach neu mit Schiefer eingedeckt, außerdem werden die Ziegelsteinfassaden saniert sowie Fenster und Türen instandgesetzt. Einige davon werden dabei – ganz im Sinne des Denkmalschutzes – durch historische Vorbilder ersetzt.