Artenschutzhäuser: Kaserne wird zum „Animals Inn“

Früher Drohnenbatterie 100 (später 3./ArtAufklBtl 71) heute Fledermausreservat. Foto: Stehrbert/CC BY-SA 3.0

Coesfeld (aw). Auf dem ehemaligen Kasernengelände der Freiherr-vom-Stein-Kaserne in der Nähe von Coesfeld haben die Stadt Coesfeld, die Stadtentwicklungsgesellschaft mbH, der Verein Interkulturelle Begegnungsprojekte und das Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld e.V. im Industriepark Nord.Westfalen ein innovatives Naturschutzprojekt ins Leben gerufen. Im Zentrum dieses Areals haben die Projektpartner aus Abbruchmaterial eine Sanddünenlandschaft modelliert, auf der nun Bentheimer Landschafe mit Unterstützung von drei Bürgerarbeitsplätzen für die Pflege neu entstehender Sandmagerrasen und Heide sorgen. Einzigartig ist die Nutzung ehemaliger Kasernengebäude als Artenschutzhäuser, die insbesondere Fledermäusen und Schwalben eine Heimat bieten.

Heute leben auf dem ehemaligen Kasernenareal eine Reihe von geschützten Tierarten, darunter Fledermäuse, Vögel, Amphibien und Reptilien. Für die Artengruppen wurde mit ehrenamtlichem und behördlichem Naturschutz ein umfangreiches Natur- und Artenschutzkonzeot erarbeitet. Auch die Artenschutzhäuser „Animals Inn“, die in dieser Form einzigartig sind, wurden im Sinne des Artenschutzes umgesetzt. Die Kellerräume wurden mit Sand angefüllt, um Fledermäusen ein feuchtes Klima anzubieten. Die fehlenden Quermauern erlauben einen Flug innerhalb des Kellers. An den Treppenzugängen hat man den Dachboden geöffnet. Eine Absperrmauer trennt nun Fledermäuse von der Schleiereule. Lehmputz an der Fassade bieten Insekten einen Lebensraum und Sekundärtraufen dienen als Nisthilfen.

Auf der Sanddünen- und Heidelandschaft sollen sich zukünftig neben den „Bentheimer Landschafen“ Arten wie die Zauneidechse, Gartenrotschwanz, Kreuzkröte wohl fühlen sowie Besenheide aber auch Nelkenschmiele und Silbergras einen Lebensraum finden. Mehr Informationen finden Sie unter www.naturschutzzentrum-coesfeld.de

Vorheriger ArtikelKoepchenwerk mit Graffiti beschmiert
Nächster ArtikelHaus am Park kommt weg
André Winternitz, Jahrgang 1977, ist freier Journalist und Redakteur, lebt und arbeitet in Schloß Holte-Stukenbrock. Neben der Verantwortung für das Onlinemagazin rottenplaces.de und das vierteljährlich erscheinende "rottenplaces Magazin" schreibt er für verschiedene, überregionale Medien. Winternitz macht sich stark für die Akzeptanz verlassener Bauwerke, den Denkmalschutz und die Industriekultur.