400 Quadratmeter Magazin für Münsters jüngste Geschichte

Münster (pm/aw). Wohin mit tausenden Karten, Plänen und Plakaten? Fast 20 Jahre nach dem Umzug in die Speicherstadt müssen sich die Archivarinnen und Archivaren des Stadtarchivs diese Frage stellen – vor allem deshalb, weil die technischen Ämter der Stadt ihre Dokumente digitalisieren und die Originale dem Archiv übergeben. Die Lösung ist eine neu fertiggestellte Magazinfläche im Zentralarchiv des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) – in unmittelbarer Nähe des Stadtarchivs in der Speicherstadt. Sie kann ab sofort genutzt werden und gibt Planungssicherheit für die kommenden 15 bis 20 Jahre.

„Das Archivgesetz gibt uns auf, archivwürdige Unterlagen auf Dauer sicher zu verwahren und sie in ihrer Entstehungsform – also auf Papier – zu erhalten“, so Dr. Peter Worm, Leiter des Stadtarchivs. Karten und Pläne enthalten spannende Informationen über die Vergangenheit, Bürgerinnen und Bürger sowie historisch Forschende fragen sie häufig nach. Bei den zuletzt ins Stadtarchiv übernommenen Plänen geht es zum Beispiel um den Neubau am Aegidiimarkt, die Pläne für die Bebauung der Stubengasse oder die Rieselfelder.

Damit auch zukünftige Generationen auf dieses Archivgut zurückgreifen und es erforschen können, muss es unter geeigneten und möglichst stabilen Klima-Bedingungen aufbewahrt werden: Zu hohe Temperaturen lassen das Papier schneller zerfallen, zu feuchte Lagerbedingungen führen zu Schimmelbildung. Papier ist also gar nicht so geduldig, wie es das Sprichwort glauben machen will.

Vor knapp einem Jahr, im Mai 2021, fasste der Rat der Stadt Münster deshalb den Beschluss, für das Stadtarchiv Magazinfläche im LWL-Zentralmagazin auf dem Gelände der Speicherstadt anzumieten. Das Zweckgebäude (An den Speichern 15) wurde 2019 eröffnet und entspricht den benötigten fachlichen Anforderungen. In den vergangenen Monaten wurde die Magazinfläche, die sich noch im Rohbau befand, bezugsfertig hergerichtet: Eine Lüftungsanlage, mit der das Raumklima automatisch gesteuert werden kann, wurde installiert. Schienen für die Rollregalanlage wurden verlegt sowie Planschränke und Regale aufgebaut.

Für die neuen Planschränke und die Rollregalanlage, die insgesamt rund 100 000 Euro gekostet haben, gewährte das LWL-Archivamt für Westfalen einen Zuschuss in Höhe von rund 30 Prozent. Der nun fertiggestellte, knapp 400 Quadratmeter große Magazinraum bietet Platz für 25 000 Großformate und fast 20 000 Archivschachteln.