24 Mio Euro Investition in neues Zentrum für Gesundheit

Gengenbach (pm/aw). Gemeinsam mit Landrat Frank Scherer besuchte Bürgermeister Thorsten Erny das Gesundheitsamt. Die Behörde des Kreises ist im Frühjahr mit mittlerweile 76 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nach Gengenbach umgezogen. Den Besuch nutzt Landrat Scherer auch, um sich vom aktuellen Stand der Baustelle „Gesundheitszentrum“ ein Bild zu machen und gemeinsam mit dem Architekten Jürgen Caruso und Ortenau Klinikum-Geschäftsführer Christian Keller das größte Neubauprojekt der letzten Jahre in der Innenstadt vorzustellen.

Das auf dem ehemaligen Klinikareal in Gengenbach geplante Gesundheitszentrum wird deutlich größer ausfallen und mehr Leistungen anbieten als zunächst geplant. Die in einem Neubau vorgesehene Einrichtung des Pflege- und Betreuungsheims Ortenau (PBO) soll neben den eigenen 45 Pflegeplätzen künftig auch die 44 Pflegeplätze des Pflegeheims am Nollen aufnehmen. Von den nunmehr insgesamt rund 90 stationären Pflegeplätzen werden 15 als solitäre Kurzzeitpflegeplätze eingerichtet.

Für den Stiftungsrat des Spitalfonds Gengenbach, der das Pflegeheim am Nollen betreibt ist es wichtig, nicht nur eine kurz- und mittelfristige Perspektive aufzuzeigen, sondern immer auch die langfristige Perspektive ganz im Sinne des Stiftungsgedankens im Auge zu haben. Das Pflegeheim am Nollen müsste sich bis spätestens gegen Ende dieses Jahrzehnts Gedanken über eine Neuausrichtung machen, da im Jahr 2033 die Betriebsgenehmigung auslaufe. Eine Kooperation der beiden Einrichtungen soll bereits kurzfristig zu Synergien und mehr Wirtschaftlichkeit führen. Perspektivisch wollen beide Pflegeheime die Plätze der beiden Einrichtungen im geplanten Neubau des Gesundheitszentrums unter alleiniger Trägerschaft des PBO mit Fertigstellung des Neubaus zusammenführen. Der Spitalfonds beabsichtigt dann die Trägerschaft seines Pflegeheims aufzugeben. Im Falle einer Zusammenfassung der 90 Plätze sollen die Bewohnerinnen und Bewohner sowie alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Spitalfonds durch das PBO übernommen werden.

Zur Umsetzung des seit 2017 entwickelten Konzepts für das Gesundheitszentrum Gengenbach hatten der Spitalfonds Gengenbach, die Stadt Gengenbach und der Ortenaukreis einen städtebaulichen Vertrag abgeschlossen. In weiteren Gesprächen bekundeten die Beteiligten ihre Absicht, den Pflegeheimbetrieb des Spitalfonds mit dem des PBO künftig enger zu vernetzen.

In dem jetzt vorgestellten Neubau sollen bis zu vier Arztpraxen Platz finden. Neu vorgesehen ist die Einrichtung eines Bistros oder einer Bäckerei zur Steigerung der Attraktivität des Zentrums für Gesundheit sowie die Einrichtung einer Tiefgarage mit rund 80 Stellplätzen. Nach Sanierung und Ertüchtigung des denkmalgeschützten „Alten Spitals“ ist dort nach dem neuen Konzept die Ansiedlung der Geschäftsführung und Verwaltung des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) des Ortenau Klinikums vorgesehen. Für die im bisherigen Konzept beabsichtigte optionale Einrichtung einer Kinderheimbeatmung mit etwa 17 Plätzen auf dem Areal wird weiterhin ein externer Investor gesucht.

Die mit dem Neubau zu erstellende Fläche hat sich mit dem neuen Konzept von rund 5.000 Quadratmetern auf rund 9.600 Quadratmeter fast verdoppelt. Auch die Investitionssumme erhöht sich auf rund 24 Millionen Euro. Die Fertigstellung ist für Ende 2023 geplant. Insgesamt werden ca. 250 Arbeitsplätze auf dem Areal entstehen.

Die Einrichtung der Rettungswache war ebenfalls Teil des Nachnutzungskonzeptes. Seit über 2 Jahren ist sie nun in Gengenbach angesiedelt und leistet einen wichtigen Beitrag zur Notfallversorgung der Bürgerinnen und Bürger. Etwa 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Malteser Hilfsdienst sind an 365 Tagen 24 Stunden im Einsatz. Zwischen 1.500 und 1.700 Einsätze fährt der Rettungswagen pro Jahr.