Zimmererarbeiten am Wambolt’schen Schloss gesichert

Wambolt'sches Schloss in Groß-Umstadt. Foto: Tilman2007/CC BY-SA 3.0

Groß-Umstadt (aw/dsd). Damit notwendige Zimmererarbeiten am Wambolt’schen Schloss in Groß-Umstadt (Landkreis Darmstadt-Dieburg) ausgeführt werden können, stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) 5.000 Euro zur Verfügung. Der Besitz, erstmals 1036 erwähnt, kam 1430 durch Heirat an die Freiherren Wambolt von Umstadt, die in Diensten des Kurfürsten von der Pfalz standen. Freiherr Philipp III. ließ als Pfälzer Großhofmeister den Nordflügel seines Schlosses im Renaissancestil an den Treppenturm eines wohl aus der staufischen Zeit stammenden Burgmannenhofes anbauen. Um 1681 ließ der Obrist Friedrich von Wambolt den Südflügel errichten.

Der Treppenturm wurde in den Mittelteil integriert und die Kellergewölbe des alten Burgsitzes überbaut. Nach 1700 war das Bauwerk lediglich Verwaltungssitz für die umliegenden Ländereien. Erst im 20. Jahrhundert zogen Bardo Wambolt von Umstadt und seine Großmutter Baronin Maria Freiin von Falkenstein wieder dort ein. Heute steht das Gebäude leer und ist nur noch in Teilen erhalten, da Mitte der 1960er Jahr Teile der 6 Meter hohen Umfassungsmauer mit Kutscherremise und Kelterhaus abgerissen und neu überbaut wurden.

Die Anlage ist aktuell ein unregelmäßiges U-förmiges Ensemble aus Nord-, West- und Südflügel sowie dem in Fachwerk erbauten Jägerhaus von 1609, dem nördlich vorgelagerten Garten und dem mit altem Baumbestand bestandenen Innenhof. Die massiven, zweigeschossigen Putzbauten erheben sich auf hohen, unterkellerten Natursteinsockeln. Vier repräsentative, aus rotem Odenwald-Sandstein gearbeitete, geschweifte Schaugiebel mit Volutenhörnern, Pilastern, Obelisken und Lisenen prägen das Aussehen.

Die von profilierten Sandsteingewänden gerahmten Hochrechteckfenster sind zu Zweier- und Dreiergruppen gefasst. Bemerkenswert sind die drei schmiedeeisernen Korbgitter aus der Erbauungszeit an den Fenstern des Nordflügels, die qualitätvolle Spiralen, Blüten, Blätter und andere Zierformen aufweisen. Im Inneren haben sich fünf streng geometrische, plastische Stuckdecken mit Renaissance-Beschlagwerk sowie ein kreuzgratgewölbter Keller erhalten.

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