Zernsdorfer Betonwerk weicht Wohnquartier

Ehemaliges Betonwerk im Jahr 2010.

Zernsdorf (aw). Das Zernsdorfer Betonwerk am Krüpelsee (Brandenburg), das zum Märkischen Baustoff Service, dem ehemaligen VEB Betonkombinat gehörte und seinen Stammsitz in Zernsdorf hatte, wird abgerissen. Bagger rücken den diversen Schuppen, Hallen und Bürotrakten auf dem rund 14 Hektar großen Areal zu Leibe. Hier möchte die Wohnen am See Zernsdorf GmbH ein neues Wohngebiet mit 87 Grundstücken entstehen lassen. Die Abbrucharbeiten sollen bis September andauern. Bis dahin müssen zehntausende Tonnen Baumaterialien und Schadstoffe sorgfältig entfernt und getrennt abtransportiert werden. 2015 hatte man das Gelände bereits vom Müll befreit, der hier über Jahre illegal abgelagert wurde. Eine 250.000 Euro hat dies gekostet. Aufgrund der enormen Kontamination des Erdreichs wird im April mit dem Landkreis Dahme-Spreewald ein Sanierungsvertrag unterzeichnet, der den Straßenbau vorantreiben soll.

Das Betonwerk wurde 1995 aufgrund einer Insolvenz geschlossen und stand seitdem leer. Nach Entsorgung der Altlasten und dem Abriss sollte die Fläche neu bebaut werden. Im Jahr 1995 informierte Brandenburgs Wirtschaftsminister Dr. Burkhard Dreher die Öffentlichkeit, dass angestrebt sei, durch einen gerichtlich bestellten Verwalter das „Anlagevermögen zu veräußern bzw. zu verpachten, um damit an den Standorten mit neuen Investoren die Produktion weiterzuführen“, doch vergeblich. So fielen in Zernsdorf 150 Arbeitsplätze weg. Seitdem verfiel das Gelände mit seinen Gebäuden immer mehr und wurde bereits teilabgerissen. Schon 2011 wurden Pläne bekannt, dass das Gelände für die Entstehung von Gemeinbedarfsflächen für soziale und für sportliche Einrichtungen vorbereitet werden sollte. Bis 2016 war nicht viel passiert.

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