Wohnhaus in Rödinghausen ausgezeichnet

Rödinghausen (lwl/aw). Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat das Wohnhaus im Windmühlenfeld 6 in Rödinghausen (Kreis Herford) als Denkmal des Monats August ausgezeichnet. Damit würdigen die LWL-Denkmalpfleger das große Engagement der Eigentümerfamilie bei der Instandsetzung des ehemaligen Mühlenbetriebes mit Nebenerwerbslandwirtschaft.

Das Wohnhaus und das ehemalige Viehhaus hat die Gemeinde Rödinghausen 2018 in die Denkmalliste eingetragen. Im gleichen Jahr hat die Eigentümerfamilie mit der Instandsetzung des Wohnhauses begonnen. „Die Familie ist energisch und begeistert ans Werk gegangen und hat im Laufe der Arbeiten immer mehr Freude an ihrem Baudenkmal gefunden. Bereits nach kurzer Zeit wurden die Eigentümer zu großen Kennern für die historische Konstruktion und Baugeschichte des Hauses“, sagt Karnau. „Die beiden weithin sichtbaren Gebäude sind wichtige Zeugnisse für die Mühlengeschichte im Kreis Herford. Von der Bedeutung und Funktion des bis Ende der 1950er-Jahren laufenden Mühlenbetriebes zeugen der erhaltenswerte, massiv gemauerte Stumpf der Mühle selbst und die freie Lage der Gebäudegruppe am Ortsrand südlich der ehemaligen Kreis-Chaussee“, so der Denkmalexperte weiter.

Der Müller hat im Nebenerwerb Landwirtschaft betrieben. Am Wohn- und Viehhaus lässt sich heute noch ablesen, wie die damaligen Lebensverhältnisse des Müllers organisiert waren. Das Wohnhaus des Müllers ist aus Fachwerk errichtet und wurde später verputzt. Das Deelentor wurde zum Hauseingang umgebaut. Die Innenaufteilung des Wohnhauses ermöglichte es, Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach zu vereinen. Dafür gab es neben der Diele auch Ställe für das Vieh und darüber Lagerräume. Im Dachgeschoss lagen Kammern zum Wohnen und Schlafen. „Wohl noch vor 1900 sind die Ställe und die Diele als Wohnräume eingerichtet worden“, erklärt Karnau.

Das historische Gebäude wurde in jüngerer Vergangenheit so verändert, dass das Baudenkmal nach dem Ende des Müllereibetriebes weiter genutzt werden konnte. Bei den Vorbereitungen der aktuellen Instandsetzung zeigte sich, dass einige Maßnahmen nicht denkmalgerecht und auch bautechnisch problematisch waren. So musste an zwei Außenwänden ein Wärmedämmverbundsystem aus Styropor entfernt werden. Die Eigentümer haben die dadurch teilweise geschädigte Fachwerkkonstruktion repariert und wo nötig mit passenden Hölzern ergänzt. An der Ostseite haben sie hinter dem neuzeitlichen Hauseingang das historische Deelentorgestell mit Schnitzereien wieder freigelegt und restauriert.

Die Wärmedämmung des Hauses wird jetzt durch eine Innendämmung der Fachwerkwände aus Holzfaserdämmplatten erreicht, die in Lehm eingebettet und mit Lehm verputzt sind. Bei der Instandsetzung, die die LWL-Denkmalpflege mit einem Zuschuss aus Denkmalmitteln unterstützt hat, haben die Eigentümer außerdem zwei kleinere, nicht denkmalwerte Anbauten entfernt und die gesamte Gebäudetechnik für die Heizungs-, Sanitär- sowie Elektroinstallationen erneuert. Die Betondachsteine, mit denen das Dach vor einiger Zeit gedeckt wurde, wollen die Eigentümer noch gegen passendere naturrote Tondachziegel austauschen.