Weltkriegsbombe erfolgreich entschärft

Hanau (aw). Die amerikanische 500 Kilo-Weltkriegsbombe auf dem Areal der früheren Pioneer-Kaserne mit Bodenzünder hat der Kampfmittelräumdienst Hessen erfolgreich entschärft. Nach rund 50 Minuten am Sprengtag meldete er kurz vor 14 Uhr Entwarnung. Oberbürgermeister Claus Kaminsky dankte den Entschärfern Dieter Schwetzler und René Bennert für ihre Arbeit und zeigte sich „hoch erfreut, dass die Entschärfung glimpflich verlaufen ist“. Wenige Minuten später wurden Straßen- und Schienenverkehr wieder freigegeben. Kaminsky sagte bei einer kurzfristig vor der Entschärfung anberaumten Pressekonferenz, solche Bombenfunde seien nicht überraschend. Aber die Stadt Hanau könne sich auf professionelle Einsatzkräfte verlassen. Die Lage werde dadurch erleichtert, dass sich die Bevölkerung fast ausnahmslos besonnen verhalten habe.

Jede Bombe, die entschärft werde, sei „ein Stück Zivilisierung“. Deutschland habe andere Zeiten erlebt, insofern sei Demut angezeigt angesichts des Friedens zumindest hierzulande. Hanau erlebe derzeit erstmals seit Jahrhunderten eine Phase ohne Streitkräfte.

Insgesamt waren bei dem Einsatz 120 Kräfte der Polizei im Einsatz, 105 der Hanauer Feuerwehren und 62 vom Betreuungs- und Sanitätszug des Main-Kinzig-Kreises. Von 6.000 Einwohnerinnen und Einwohnern im Umkreis von 1000 Metern mussten 500 ihre Wohnungen verlassen, als Polizei und Feuerwehr sie evakuierten. In die Lindenauhalle als Sammelunterkunft ließen sich im Zuge der Evakuierung etwa 200 Menschen mit Bussen der Hanauer Straßenbahn bringen; das Gros aus der städtischen Flüchtlingsunterkunft auf dem Sportsfield-Gelände.

In der Halle half auch die Firma Herbert Kämmerer & Söhne aus dem Stadtteil, deren Belegschaft sich am Freitag früh spontan entschlossen hatte gratis Kaffee auszuschenken und die dafür nötigen Maschinen zur Verfügung zu stellen.

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