Weiterer Fördervertrag für Haus Stapel in Havixbeck

Schloss Stapel - Haupthaus. Foto: Wilfried Pinsdorf/CC BY-SA 3.0

Havixbeck (dsd/aw). Die Restaurierung der Fassade des Torhauses an der Feldseite von Haus Stapel in Havixbeck unterstützt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank der Lotterie GlücksSpirale noch in diesem Jahr mit 45.000 Euro. Den symbolischen Fördervertrag überbrachte Sigrid Karliczek, Ortskuratorin Münster der DSD an Denkmaleigentümerin Dr. Mechthild Freifrau Raitz von Frentz. Die Herren von Kerkerinck besaßen im Jahre 1211 auf einer Insel in Havixbeck eine Wasserburg. Heute steht dort mit einer älteren Vorburg das Herrenhaus Stapel. Den repräsentativen, aus gelben Baumberger Sandsteinquadern errichteten Bau mit 55 Zimmern ließ Ernst Konstantin von Droste-Hülshoff, ein Onkel der Dichterin, zwischen 1819 und 1827 für seine 22 Kinder von dem Münsteraner Architekten August Reinking errichten. Das Herrenhaus Stapel ist die größte, klassizistische Schlossanlage im Münsterland.

Bevor der Besucher Haus Stapel erreicht, muss er eine Brücke mit zwei trophäengeschmückten Pfeilern überqueren und das Torhaus der barocken hufeisenförmigen Vorburg durchschreiten, die 1719 entstand und stark mit den strengen Formen des Haupthauses kontrastiert. Das repräsentative Torhaus prägen drei gestaffelte Türme mit Schweifdächern und einer bekrönenden Laterne. Beidseitig schließen sich eingeschossige Vorburgflügel mit abgewalmten Dächern und Ecktürmen an. Hochrechteckfenster mit Verdachungen, Lisenen und im Bereich der Durchfahrt mit Rustikaquaderung gliedern den Bau zusätzlich.

Haus Stapel findet besonderes kunsthistorisches Interesse durch den in Westfalen umfangreichsten Bestand an Bildtapeten des frühen 19. Jahrhunderts. Handgemalte Landschaftstapeten und Supraporten zeigen unter anderem bekannte Rheinansichten. Im Tigerzimmer sind auf der 1815 angefertigten Handdrucktapete aus Paris Szenen von der sogenannten Indienfolge zu sehen mit Tempeltanz, Tiger- und Leopardenjagd. In der Bibliothek hängt eine seidene, grün-weiß längsgestreifte Draperietapete der elsässischen Manufaktur Jean Zuber & Cie. aus Rixheim. Weitere Tapeten befinden sich in der Kapelle, und im Treppenhaus zeigt das Deckenmedaillon Venus, die drei Grazien, Amor und Putten. Bei der Restaurierung des Tigerzimmers und bei der Instandsetzung der Vorburg half die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bereits 2011 und 2017 mit insgesamt rund 100.000 Euro.

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