Wedelfeldmühle erhält Fördermittel

Durch die Eindeichung des „Schwarzen Brack“ entstand neues Land in Friesland. Dieses lag tief und musste entwässert werden. Dazu genehmigte 1844 der Graf zu Wedel den Bau einer Windmühle. Die Wasserschöpfmühle wurde noch im selben Jahr betriebsfertig errichtet. Die Erdholländer-Windmühle in Sande ist reetgedeckt. Sie ist eine Besonderheit, denn sie besitzt noch zwei erhaltene archimedische Schrauben, also eine Förderanlage mit schneckenförmigen Schrauben. 1962 stellte die Mühle ihren Betrieb ein, nachdem man in Petershörn und in Dangast einen Schöpfwerksbau errichtet hatte.

1980 pachtete der Heimatverein Gödens-Sande e.V. die Mühle, um sie zu erhalten. Bereits im Jahr darauf konnte die Wasserschöpfmühle zu Demonstrationszwecken erneut in Betrieb genommen werden. Der Erdholländer mit Steert in Neustadtgödens ist die einzige, noch erhaltene, voll funktionsfähige Wasserschöpfmühle im Landkreis Friesland. Die Segelflügel mit einer Fläche von 40 Quadratmetern treiben über Achsrad, Bunker, Königsspill mit Spillrad und Schraubenräder die beiden Schrauben an. Durch Ein- und Ausrücken der Gänge können diese auch einzeln angetrieben werden. Die Förderleistung je Schraube beträgt etwa 20 Kubikmeter in der Minute, die Förderhöhe 0,7 Meter. Die von der Mühle abgedeckte Entwässerungsfläche umfasst 400 Hektar.

Zur Mühle gelangt man über einen höher gelegenen Wiesenweg, den links und rechts Wassergräben, das ehemalige Wirkungsgebiet der Wasserschöpfmühle, markieren.

Gemeinsam mit der Oberahmer Peldemühle soll die Wedelfeldmühle Teil der „Friesischen Mühlenstraße“ und in den neuen „Klimapfad der Gemeinde Sande“ eingebunden werden. Außerdem soll sie zum Lehrpfad „Nutzung von Windkraft im Wandel der Zeit“ gehören. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt mit 7.000 Euro die Restaurierung der Wedelfeldmühle. Damit werden die Beplankung der großen Schraube und der Schraubentröge, Maurer- und Pflasterarbeiten im Inneren und die Erneuerung der Fenster unterstützt.

Foto: panoramio.com

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André Winternitz, Jahrgang 1977, ist freier Journalist und Redakteur, lebt und arbeitet in Schloß Holte-Stukenbrock. Neben der Verantwortung für das Onlinemagazin rottenplaces.de und das vierteljährlich erscheinende "rottenplaces Magazin" schreibt er für verschiedene, überregionale Medien. Winternitz macht sich stark für die Akzeptanz verlassener Bauwerke, den Denkmalschutz und die Industriekultur.

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