Wasserturm in Bestwig soll möglichst schnell weg

Wasserturm auf dem Areal des früheren Bahnbetriebswerks. Foto: André Winternitz

Bestwig (aw). Er ist der letzte Zeuge einer bewegenden Bahngeschichte im Sauerland – gemeint ist der verbliebene Wasserturm auf dem beräumten Areal des früheren Bahnbetriebswerks in der Nähe des Bahnhofs Bestwig. Der aktuelle Eigner des Areals – die Team-Timber-Logistik GmbH möchte die Gemeinde vertrösten, denn zumindest der historische Wasserkran soll künftig an prominenterer Stelle platziert werden, damit er besser zur Geltung kommt und für die Öffentlichkeit wieder zugänglich ist. Dafür hat sich der Bürgerausschuss einstimmig ausgesprochen. Das Amt für Denkmalpflege sieht Wasserturm und Wasserkran als funktionale Einheit, die nicht getrennt werden darf.

Hintergrund für die Pläne, mit denen sich der Bürgerausschuss in seiner jüngsten Sitzung befasst hat, ist die Absicht der Team-Timber-Logistik GmbH eine Umschlaginfrastruktur auf dem alten Bahngelände zu errichten. Diese Umschlageinrichtung soll nicht nur für die im Team Timber vertretenen Sägewerke, sondern auch für regionale Forstbetriebe, weitere regionale Sägewerke und holzwirtschaftliche Unternehmen zu Verfügung stehen. Außerdem, so ist es geplant, könnten künftig auch Unternehmen anderer Wirtschaftsbereiche hinzukommen. Diese Pläne sind jedoch mehrere Jahre alt (wir berichteten mehrfach).

Aufgrund der Vernachlässigung des Wasserturms und -krans halten CDU und SPD beide angesichts ihrer Zustände für nicht erhaltenswert. Beide sind so verfallen, weil sich Jahrzehnte lang niemand gekümmert habe – auch die Deutsche Bahn als vorletzter Eigentümer nicht, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Winfried Gerold. Noch deutlicher wurde Paul Theo Sommer (SPD): „In diesem Zustand ist der Wasserturm ein Schandfleck und kein attraktives Denkmal“. Beide Fraktionen sorgen sich – ohne Gutachten – um die Standsicherheit des Wasserturms. Ist der Wasserturm einmal entfernt und der Wasserkran versetzt, sollen Infotafeln an das frühere Bahnbetriebswerk erinnern.

Einem raschen Abriss allerdings steht der Denkmalschutz im Weg, zumindest theoretisch. Denn der Wasserturm ist ein eingetragenes Denkmal. Um diesen zu entfernen, muss er zuerst aus der Denkmalliste ausgetragen werden. Diesen Schritt möchte die Gemeinde nun einleiten. Dafür soll auch das Amt für Denkmalpflege des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe gehört werden. Spricht sich die Behörde gegen diese Pläne aus, könnte sich die Gemeinde darüber hinwegsetzen. Dann wird der Landschaftsverband einen Ministerentscheid herbeiführen. Somit hat das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung in Düsseldorf das letzte Wort.

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