Wasserhochbehälter wird zur zentralen Eingangsplattform

Wasserhochbehälter Völklinger Hütte 2. Foto: Chris Limb/CC BY 2.0

Völklingen (aw). Seit Ende des letzten Jahres findet im UNESCO-Weltkulturerbe Völklinger Hütte (Reginalverband Saarbrücken) ein beosnderer Umbau statt. Der Wasserhochbehälter soll zur zentralen Eingangsplattform des Weltkulturerbes Völklinger Hütte gestaltet werden. In einem europaweiten Architekten-Wettbewerb gingen 45 Vorschläge ein. Nach Wettbewerb und Vergabeverhandlung erreichte das Berliner Architekturbüro Duncan McCauley den ersten Rang und wurde mit der Planung betraut.

Der Siegerentwurf zielt auf einen spannenden Weg durch die historische Substanz, auf dem die Besucher die Besonderheiten des Wasserhochbehälters und des benachbarten Pumpenhauses erleben. Im Wasserhochbehälter wird ein großzügiger Eingangsbereich geschaffen. Die Erdgeschosshalle mit seinen beiden erhaltenen Kranbahnen wird weitgehend freigehalten, um als authentischer Zeitzeuge der industriellen Vergangenheit zu dienen. Von dort werden die Besucher über eine offene Museumstreppe geleitet. Fensteröffnungen in der Giebelwand des Pumpenhauses geben dabei Einblicke in die historische Substanz des Pumpenhauses. Die Anbindung an den Besucherweg der Gebläsehalle und des Gebläsestegs erfolgt über das Pumpenhaus.

„Mit der Besuchererschließung des Wasserhochbehälters erhält das Weltkulturerbe Völklinger Hütte eine spektakuläre neue Eintrittssituation, die im Bereich der Industriekultur ihresgleichen sucht. Die einzigartige Industriekultur des Wasserhochbehälters empfängt den Besucher mit der besonderen Aura der Völklinger Hütte und stimmt ihn auf den Besuch des Weltkulturerbes Völklinger Hütte ein. Zugleich bietet der Wasserhochbehälter einen großzügigen und zweckmäßigen Eingangsbereich, der alle Voraussetzungen eines modernen Tourismusortes erfüllt. Durch die neue Eingangsplattform im Wasserhochbehälter entsteht ein neuer spektakulärer Raum der Industriekultur, der den direkten Zugang vom Großen Platz des Weltkulturerbes Völklinger Hütte ermöglicht. Dies ist eine wesentliche Verbesserung der Gesamtanlage, die auch einen touristischen Mehrwert bedeutet. Daher sind wir äußerst glücklich, dass es nun möglich ist, diesen spannenden Transformationsprozess zu starten“, sagte Meinrad Maria Grewenig, Generaldirektor des Weltkulturerbes Völklinger Hütte.

So wird es nach dem Umbau aussehen. Foto: Weltkulturerbe Völklinger Hütte

Wasserförderung durch Pumpen

Weil in der Völklinger Hütte zur Kühlung enorme Mengen an Wasser benötigt wurden, nahm man 1918 den Wasserhochbehälter in Betrieb. Bei Ausfall der Wasserförderung durch Pumpen konnte die Wasserversorgung durch den Wasserhochbehälter für etwa eine Stunde aufrechterhalten werden. Der Wasserhochbehälter der Völklinger Hütte zählt zu den größten jemals gebauten Wassertürmen. Seine komplette Beton-Konstruktion und die außergewöhnliche Bauform ist einzigartig.

5 Millionen Euro Investition

Durch die Restaurierungsarbeiten werden unentdeckte Räume und Meilensteine der Industrie-Geschichte zugänglich. Nach den Baumaßnahmen betreten die Besucher das Weltkulturerbe Völklinger Hütte direkt von dem Besucherparkplatz über den Wasserhochbehälter. Der Eingang über den Zimmerplatz mit der Außengastronomie im Sommer bleibt erhalten. Die Erschließungsbox vor der Gebläsehalle, die sogenannte „Red-Box“, wird nach Inbetriebnahme des neuen Haupteingangs abgebaut. Für die Umgestaltung des Wasserhochbehälters zur zentralen Eingangsplattform des Weltkulturerbes Völklinger Hütte werden rund 5 Millionen Euro veranschlagt.

UNESCO-Weltkulturerbe

Die Völklinger Hütte wurde 1994 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt und ist das einzige Eisenwerk aus der Blütezeit der Industrialisierung, das vollständig erhalten ist. Die Anfänge der Völklinger Hütte reichen bis zum Jahr 1873 zurück. Der erste Hochofen wurde 1883 angeblasen. 1986 wurde die Roheisenproduktion stillgelegt. Die Sanierung und touristische Erschließung der Völklinger Hütte werden aus Mitteln der Bundesrepublik Deutschland, der Europäischen Union und des Saarlandes finanziert.

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