Waldkrankenhaus Bad Düben

1942 begann man mit dem Bau eines sogenannten Ausweichkrankenhauses oder Behelfskrankenhaus für Bombenbeschädigte. Um Kriegsschäden zu vermeiden und zur Tarnung wählte man ein Gelände, das von dichten Baumschonungen umgeben war, und errichtete eine Anlage mit Gebäuden in großem Abstand zueinander, beispielsweise um das Übergreifen von Flammen in einem Brandfall zu vermeiden. Ein Großteil der Gebäude wurde eingeschossig erbaut. Alle Gebäude waren in einem Halbrund, mit einem Verkehrsgang sowie untereinander verbunden angeordnet. Somit konnten alle spezifisch wichtigen Gebäude wie Aufnahme, Verwaltung, Stationen, Röntgen, OP, Küchentrakt und Schlosserbereich unmittelbar verbunden werden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg diente der Komplex als Allgemeines Krankenhaus mit chirurgischer und gynäkologischer Station. 1946 wurde aus dem Ausweich- das Waldkrankenhaus. Das Krankenhaus wurde in den Folgejahren umgerüstet und auf die Behandlung von Tuberkulosekrankheiten vorbereitet. Ab 1947 bot man hier kostenlose Untersuchungen an. Da sich die Lungenkrankheit immer schneller ausbreitete, musste ein Ausbau der Kapazitäten umgesetzt werden. Das Krankenhaus wurde 1949 zur Fachklinik und Landes-Tuberkulose-Heilsttätte für Sachsen Anhalt und firmierte unter dem Namen „Waldkrankenhaus Bad Düben – Heilstätte und Klinik für Lungenkrankheiten“.

1971 – die Tuberkulose war lange bekämpft – wandelte man den Komplex in ein Fachzentrum für Orthopädie um. Das Waldkrankenhaus war zu DDR-Zeiten eine besondere Adresse für die Behandlung von orthopädischen Erkrankungen. Viele Sportler ließen sich in Bad Düben behandeln.

Das Fachkrankenhaus wurde 1995 am alten Standort aufgegeben, da vom Betreiber nahe des Kurparks ein neues, moderneres Krankenhaus errichtet wurde. Für die Neunutzung des Geländes gab es in der Vergangenheit viele Pläne. Reihenhäuser, Jugendherberge oder ein Sportzentrum – passiert ist bis heute nichts. Alle Gebäude sind entkernt und teilweise hat es in selbigen gebrannt. Immer wieder werden dort osteuropäische Gruppen aufgegriffen, die sich dort einquartiert haben.

Quelle: Dübener Wochenspiegel, privat

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Dokument erstellt am 14.05.2015
Letzte Änderung am 14.05.2015

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