Wachturm der Sowjetarmee am Heller

Im Zeitraum zwischen 1827 und 1989 wurde der Heller – eine Landschaft in Dresden, die um 1830 durch Rodungen entstand – militärisch genutzt, bis in die Zeit des Nationalsozialismus fast ausschließlich. Nach der Rodung wurde 1827 ein Exerzierplatz der Sächsischen Armee angelegt. Deshalb wurden weite Teile des Hellerplateaus für die Öffentlichkeit gesperrt. Zehn Jahre später kam ein Artillerie-Schießplatz hinzu, der 1860 ausgebaut wurde. Bis 1865 führte der sächsische Hof auf dem Heller seine großen Herrenmanöver durch. Um 1866 entstanden zahlreiche Kasernen- und Wirtschaftsgebäude. Durch Preußen wurde im selben Jahr im Osten des Hellers außerdem eine heute nicht mehr vorhandene Schanze zum Schutz der Sächsisch-Schlesischen Eisenbahn angelegt. Die Verlegung des Schießplatzes nach Zeithain folgte 1874. Trotzdem blieb der Heller ein militärisches Übungsgelände, das anschließend durch das Deutsche Heer und die Reichswehr genutzt wurde. Zur Zeit des Nationalsozialismus wurde der Heller zum Manövergebiet der deutschen Wehrmacht und der SS.

Teile des Hellers erfuhren in der Zeit des Kalten Krieges ebenfalls eine militärische Nutzung. So diente der Heller als Übungsgelände der in den nahen albertstädtischen Kasernen stationierten Einheiten der Sowjetarmee und der NVA und blieb bis zur Wendezeit in weiten Bereichen für die Öffentlichkeit unzugänglich. Etwa ein Kilometer nordwestlich des ehemaligen, mittlerweile von der Hellersiedlung eingenommenen Flughafengeländes legte die Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland ab 1957 einen Hubschrauberlandeplatz an. Er bestand aus einer Rollbahn mit den Ausmaßen 290 mal 30 m, zahlreichen Stellplätzen für Militärhubschrauber und mehreren Betriebsgebäuden. Um 1970 kam eine Wartungshalle dazu. Auf dem Landeplatz, dessen Rufzeichen AREOLA lautete, war eine Hubschrauberstaffel der Sowjetarmee stationiert. Nach deren Abzug im August 1992 lag das Gelände brach und die Gebäude verfielen bis zu ihrem Abriss 2005.

Heute ist auf dem Gelände an der Meinholdstraße die Prinovis GmbH und das Dresdner Druck- und Verlagshaus ansässig, in dem die Sächsische Zeitung und die Dresdner Morgenpost gedruckt werden. Auf dem Heller finden sich bis heute in Form von Beton- und Eisenteilen zahlreiche Fragmente der Vergangenheit. Dazu gehört auch der letzte Zeuge des Militärareals – der ehemalige Wachturm.

Quelle: Wikipedia, Prinovis GmbH

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Dokument erstellt am 30.08.2015
Letzte Änderung am 30.08.2015

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André Winternitz, Jahrgang 1977, ist freier Journalist und Redakteur, lebt und arbeitet in Schloß Holte-Stukenbrock. Neben der Verantwortung für das Onlinemagazin rottenplaces.de und das vierteljährlich erscheinende "rottenplaces Magazin" schreibt er für verschiedene, überregionale Medien. Winternitz macht sich stark für die Akzeptanz verlassener Bauwerke, den Denkmalschutz und die Industriekultur.

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