Vortrag über Trinkhallen im Schiffshebewerk Henrichenburg

Emmy Olschewski verteilt Süßigkeiten vor ihrer Bude in Castrop-Rauxel, 1970er Jahre. Foto: LWL

Waltrop (lwl). Um die Jahrhundertwende eröffneten im Ruhrgebiet zahlreiche Trinkhallen, um die Arbeiter mit sauberem Trinkwasser zu versorgen. Die „Büdchen“ entwickelten sich schnell zum sozialen Mittelpunkt der Bergarbeitersiedlungen und sind heute Kult im Revier. Vom Wasserhäuschen zur Seltersbude – ihre Geschichte erzählt Dietmar Osses in einem Bildvortrag am Dienstag (12. 12.) im LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) lädt dazu um 19 Uhr ins Maschinenhaus seines Waltroper Industriemuseums ein. Der Eintritt ist frei.

Mit der Zeit geriet der ursprüngliche Zweck der Trinkhallen immer weiter in den Hintergrund und das Angebot wurde um Bier, Süßigkeiten und Lebensmittel erweitert. Die Budenbesitzer waren dabei mehr als nur Verkäufer: Sie berieten die Stammkunden bei familiären Problemen oder halfen gelegentlich in finanziellen Notsituationen aus. Die Bude von Emmy Olschewski, die bis 1995 in der Bergarbeitersiedlung Schwerin in Castrop-Rauxel stand und danach vom LWL-Industriemuseum übernommen wurde, ist Mittelpunkt der aktuellen Sonderausstellung „Zum Wohl! Getränke zwischen Kultur und Konsum“.

Dietmar Osses ist Museumsleiter im LWL-Industriemuseum Zeche Hannover und hat die Ausstellung „Zum Wohl!“ mit vorbereitet.

LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg
Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur
Am Hebewerk 26, 45731 Waltrop

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