Vom Umgang mit der DDR. Neue Ausstellung in der Potsdamer Volkshochschule

Symbolfoto. Foto: Noir/CC BY-SA 3.0

Potsdam (pm/aw). Wie gehen wir mit der Erinnerung an die DDR um? Diese Frage steht im Zentrum der Ausstellung „Aufarbeitung. Die DDR in der Erinnerungskultur“, die ab dem 4. Dezember in der Volkshochschule im Bildungsforum (VHS) zu sehen ist. Sie ist ein Beitrag zum Erinnerungsjahr 2024, in dem die doppelte deutsche Staatsgründung 75 Jahre und die Friedliche Revolution 35 Jahre zurückliegen.

„Die Bundesstiftung Aufarbeitung thematisiert in der Ausstellung die Zeit der Zweistaatlichkeit als gemeinsame Geschichte aller in Deutschland lebenden Menschen“, sagt Prof. Dr. Walid Hafezi, Beigeordneter für Bildung, Kultur, Jugend und Sport der Landeshauptstadt Potsdam.

Die Texte und Fotografien der Ausstellung erzählen eindrücklich vom Umgang mit der Geschichte der SED-Diktatur und der staatlichen Teilung seit dem Ende der DDR. Die DDR werde akribisch archiviert, analysiert, diskutiert und in Filmen und Theaterstücken neu inszeniert, heißt es von den Ausstellungsmachern Ulrich Mählert und Stefan Wolle. Die Aufarbeitung der SED-Diktatur sei bis heute nicht abgeschlossen.

In den ersten Jahren nach der Wiedervereinigung wurden bis dahin streng geheime Archive herangezogen, um erlittenes Leid zu dokumentieren, Schuld oder Unschuld zu beweisen, die eigene Politik zu legitimieren oder den politischen Gegner zu diskreditieren. Damals wurden Worte neu gebildet oder geprägt, die bis heute Emotionen wecken, wie etwa Evaluation und Abwicklung, gaucken, Treuhand, Wendehals, Seilschaft, Jammerossi oder Besserwessi.

In den 1990er Jahren wurden in Ostdeutschland unzählige Straßen umbenannt. Die meisten Denkmäler und Kunstwerke, die an den untergegangenen Staatssozialismus erinnerten, wurden aus dem öffentlichen Raum entfernt. Während immer mehr Gedenkstätten, Straßen und Plätze an Opposition und Widerstand sowie an die Opfer der Diktatur erinnert, zieren die Symbole der DDR bis heute so manche Datsche, werden auf Demonstrationen gezeigt oder auf Lebensmittelkonserven gedruckt. All dies wird in der Ausstellung thematisiert.

Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 26. Februar 2024 zu den Öffnungszeiten der Volkshochschule (montags bis freitags, 8 bis 21 Uhr). Adresse: Am Kanal 47, 2. OG