Vom ehemaligen NATO-Bunker zum Gamerparadies?

Vom ehemaligen NATO-Bunker zum Gamerparadies? Foto: privat

Zweibrücken (aw). Eine Horde Gamer verschwindet in einem ehemaligen Bunker aus Tausenden Tonnen Stahlbeton um gemeinsam eine zünftige LAN abzuhalten. Was wie eine futuristische Vision klingt, soll jetzt Realität werden. Der Fachinformatiker und Systemadministrator Fabian Krüger möchte gemeinsam mit sechs Freunden den ehemaligen NATO-Bunker in Zweibrücken (Rheinland-Pfalz) im Industriegebiet West nahe der A8 kaufen und in einen Gamertreff unter dem Motto „Der Bunker – Play. Stream. Eat. Repeat“ umwandeln. Hier sollen auf 2.200 Quadratmetern LAN-Partys, Technical/Gaming Previews, Streamings, ein Rechenzentrum, FPV, Cosplay, Paintball, Bistros, Shops, Grillplätze und Chillout-Zonen entstehen und stattfinden. Finanziert werden soll das Ganze durch Spenden aus dem Internet.

Am 1. November ist die Crowdfunding-Aktion gestartet. Nun wollen die „Visionäre“ bis Ende des Monats 1,5 Millionen Euro einsammeln – eine Mammutsumme. Die Gegenleistungen für die Crowd bestehen aus mehreren Paketen, beginnend bei 5 Euro und steigend bis 7.000 Euro. Mit dem möglichen eingenommenen Geld möchte das Team das Grundstück kaufen und die Renovierung des Bunkers durchführen. Laut des Projektleiters Krüger liegt der Kaufvertrag vor und ein Architekturbüro sowie eine Anwaltskanzlei wurden bereits beauftragt. Diese sollen bei rechtlichen und preislichen Aspekten unterstützend zur Seite stehen. Gewerbe- und Bauerlaubnis liegen noch nicht schriftlich vor. Für eine mögliche Schankerlaubnis und Bewirtung hat man bisher von der Stadt Zweibrücken und dem Zweckverband Entwicklungsgebiet Flugplatz lediglich mündliche Zusagen.

Ehemaliger Bunker im Industriegebiet West. Foto: Google Maps
Ehemaliger Bunker im Industriegebiet West. Foto: Google Maps

Die Gesamtkosten, um aus dem Bunker ein Gamerparadies zu formen, belaufen sich auf etwa 2 Millionen Euro, der Rest soll aus Eigenmitteln finanziert werden. Neben der eigentlichen Crowdfunding-Summe hat man Stretchgoals festgelegt. Erzielt die Aktion 2,3 Millionen Euro, soll eine Virtual Reality entstehen. Bei 2,6 Millionen Euro wird ein spezieller Shuttleservice installiert, der aus 2 Humvees und einem SUV bestehen soll. Parallel dazu sollen einzelne Bunkerzonen mit speziellen Effekten für In-Games ausgestattet werden. Eine Sky-Lounge auf dem Dach des Bunkers möchte man bei 3 Millionen Euro umsetzen. Realisiert werden soll das Vorhaben im kommenden Jahr. Mit möglichen Partnern und bereits akquirierten Sponsoren hält sich das Projekt bisher allerdings zurück.

Noch bis Mitte Dezember läuft die Crowdfunding-Kampagne. Bisher hat man etwas über 16.000 Euro einsammeln können. Im Internet und auf entsprechenden Gamingseiten geht die Meinung der Community so weit auseinander wie die Realisierung des Bunkerprojekts von der Vision zur Eröffnung. Während die einen begeistert von der Idee sind und auch schon kleinere Beträge gespendet haben, prognostizieren andere ein Scheitern in jeglicher Form. Alleine der Ausgang der Crowdfunding-Aktion wird den „Visionären“, Unterstützern und Kritikern ein Lachen oder Tränen ins Gesicht zaubern. Eines aber holt jeden dann gleichermaßen ein: die Realität.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here