Veramedklinik

Die Auguste-Viktoria-Knappschaftsheilstätte, beziehungsweise spätere Veramedklinik, liegt in einem Waldgebiet hoch über dem Ort Beringhausen. 1904 wurde diese mit einer Kapazität von 118 Betten fertiggestellt, nach den Plänen des Architekten Heino Schmieden. Die Klinik wurde „gebogen wie ein Parabolspiegel“, dadurch hatten alle Zimmer eine gleichwertige Sonnenlage. Für Fußgänger war eine Seilbahn in Betrieb, deren Fundamente heute noch sichtbar sind. Zur Klinik gehörte ein großes Maschinen- und Kesselhaus, dessen Prototyp auf dem Areal der Beelitzer-Heilanstalten zu finden ist. Die Klinik in Meschedes Stadtteil wird seit 2009 nicht mehr genutzt. Nur „Geisterjäger“, Souvenirjäger, Abenteuerlustige und sonstige kuriose Gestalten drangen in das Gebäude ein und sorgten für diverse Polizeieinsätze.

In den Jahren 1913 bis 1921 entstand die heutige Zufahrtsstraße. Nur fünf Jahre später wurde die Seilbahn stillgelegt. Während des Zweiten Weltkriegs nutzte man die Heilstätte als Reservelazarett und erhöhte die Bettenzahl auf 200. Die Immobilie wurde in den Folgejahren weitgehend von Kriegsschäden verschont. Die Alliierten gaben die Heilstätte im Frühjahr 1946 wieder an die Ruhrknappschaft in Bochum zurück. Unmittelbar danach startete man den Krankenhausbetrieb wieder. Nach einer großen Modernisierungsmaßnahme in den Jahren 1979/80 firmierte die Klinik unter dem Namen „Bundesknappschaftsklinik Tannenberg“. Die Bettenzahl wurde auf 130 reduziert.

1986 stellte der Knappschaftsverein den Betrieb der Klinik ein, weil die Behandlung von Tuberkulosepatienten seit Beginn dieses Jahres nicht mehr zulasten der Rentenversicherung, sondern auf Kosten der Krankenversicherung durchgeführt werden sollte. Im dritten Quartal des Jahres 1986 verkaufte man das Klinikensemble, nur zwei Jahre später übernahm die Veramedgesellschaft die Klinik mit einem zwanzigjährigen Pachtvertrag. Bis zur Schließung 2009 verfügte die „Veramedklinik“ über ein Kontingent von 120 Betten. Behandelt wurden hier Krebspatienten.

Pläne, die Immobilie zukünftig wieder als medizinische Einrichtung zu nutzen, wurden 2015 laut. Deutschlandweit bekannt wurde die ehemalige Klinik nach ihrer Schließung durch einen Patientenaktenskandal. Seit der Schließung wurden die Akten einfach an Ort und Stelle zurückgelassen. Es entfachte ein Rechtsstreit über die Sicherung der sensiblen Daten. Unbefugte, die sich immer wieder Zutritt zum Gebäude verschafften, konnten des Öftern von Airsoftspielern vertrieben werden, die in der verlassenen Klinik ihre Kriegsspiele aufführten.

2015/16 legte die Investorengesellschaft Sanatel Grundbesitz GbR ein Konzept vor. Diese plante, aus dem Gebäude eine medizinische Einrichtung mit Hotelcharakter als „Ort der Gesundheit und Vitalität“ zu formen. Die Investoren hatten sich aufgrund der Lage der Klinik, der Nähe zur Stadt Meschede und der Verkehrsanbindung die Eigentumsrechte gesichert. Die Investoren appellierten an die Behörden, denn diese sahen im Flächennutzungsplan nur eine Klinik vor. Um aber das medizinische Konzept mit einer Hotelnutzung zu realisieren, bedarf es einiger Änderungen.

Hinter der Investorengruppe verbergen sich Architekten, Bauingenieure, Ärzte und Kaufleute. Sie haben sich zusammengeschlossen, um das altehrwürdige Gebäude wieder instand zu setzen und zu eröffnen. Alle verfügen über die notwendige Erfahrung, historische Gemäuer zu kaufen und behutsam zu modernisieren.

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Dokument erstellt am 15.07.2012
Letzte Änderung am 03.07.2016