VEB Strohzellstoffwerk „Philipp Müller“ Coswig

Emil Nacke hatte in Kötitz, das seit 1935 zu Coswig gehört, die Strohstoff-Fabrik-Tännicht gegründet, die wahrscheinlich Ende 1884 mit der Produktion begann. Es folgte der Zusammenschluss mit den anderen Strohstoff-Fabriken. Bis 1898 war Emil Nacke als Gesellschafter in der AG. Während des Ersten Weltkrieges kam es kurzzeitig zum Produktionsstillstand. Ab 1916 wurde Holzzellstoff hergestellt. Nacke entwarf auch für seine Arbeiter die zweigeschossigen Wohnhäuser in der „Arbeiterkolonie“ in Naundorf.

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Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden zwei Folgefirmen. Das war einerseits die 1948 nach Rheindürkheim (Westdeutschland) und deshalb in Rheinische Zellstoff AG umbenannte Aktiengesellschaft, die 1963 aufgelöst wurde, und andererseits der unter VEB Zellstoffwerk „Philipp Müller“ in Coswig produzierende Betrieb, der 1968 Teil der Vereinigten Zellstoffwerke Pirna wurde. Mit Verbot der Einleitung unbehandelter Abwässer in die Elbe vom 1. Juni 1990 endete hier die Produktion.

2011 begannen für die Brache die Planungen für die Erschließung des Industrie- und Gewerbegebietes „Zellstoffwerk“ mit einer Zuwendung von rund 3,5 Mio. Euro und mehr als 4,1 Mio. Euro Folgekosten. Große Probleme machten in den Vorjahren die Entdeckungen von Altlasten aus DDR-Zeiten, wie giftiger Laugenschlamm. Der 140 Meter hohe Kamin dient heute als „Funkturm“ mit diversen Mobilfunkantennen.

Quellen: Wikipedia, historisches-coswig.de, Coswiger Amtsblatt, Sächsischse Zeitung

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Dokument erstellt am 30.08.2015
Letzte Änderung am 30.08.2015