VEB Strickwarenfabrik „Aktivist“ ist Geschichte

Ehemaliger VEB Strickwarenfabrik "Aktivist" vor dem Rückbau. Foto: Winternitz

Zwickau (aw). Nach einem schier endlos wirkenden Abbruch des früheren VEB Strickwarenfabrik „Aktivist“ kommt nun die Meldung aus der Stadtverwaltung, dass die Geschichte des DDR-Betriebes, in dem zu Glanzzeiten bis zu 1.500 Menschen arbeiteten, zu Ende ist. Das Gelände ist beräumt und auch der belastete Boden wurde ausgetauscht. 46.000 Tonnen Bauschutt, 625 Tonnen Holz, 1.500 Tonnen Baumischabfälle und Textilien sowie 1.000 Tonnen Stahl mussten fachgerecht entsorgt werden.

Im früheren Speisesaal des Betriebes türmten sich bis zum Abbruch Müllberge vor dem von Edgar Klier ab 1975 erarbeiteten, zwölf Meter langen und im Stil des sozialistischen Realismus geschaffenen Wandmosaiks. Dieses aus 120 Kacheln bestehende Kunstwerk, welches einen Auszug aus dem menschlichen Leben – nämlich Liebe, Arbeitsleben und Alter darstellt, wurde vor dem Abbruch ausgebaut und gesäubert.

1996 wurde das Gesamtvollstreckungsverfahren eröffnet. Auf dem Gelände gab es seit dem Leerstand bereits mehrere Feuerwehreinsätze und Einbrüche. Immer wieder diente das Gelände als Ort für illegale Müllablagerungen. 2010 gab die Stadtverwaltung bekannt, dass das Gelände des ehemaligen VEB noch eine Weile auf die Revitalisierung warten müsse, es fehle an den notwenigen Geldern. Die Planungen sollten allerdings dazu angelaufen sein. In der aktuellen Förderperiode 2014 bis 2020 wolle die Stadt einen erneuten Antrag auf Förderung stellen. Immer wieder musste das Areal kontrolliert und neu gesichert werden, da die Absperrungen beschädigt wurden und sich beispielsweise Kinder auf dem Gelände oder in den einsturzgefährdeten Gebäuden aufhielten.

Lange Zeit war von diesen Planungen allerdings nicht viel umgesetzt worden, lediglich ein Teilabbruch wurde realisiert. 2016 wurden dann die Fördermittel bewilligt. Nur ein Jahr später wurden diese dann abgebrochen, weil während des Rückbaus unbekannte Keller entdeckt wurden, die voller Müll waren. Aus diesem Grund mussten die Abbruchkosten neu kalkuliert werden. 700.000 Euro mussten zu den 1,3 Millionen, die das Abbruchprojekt im Ganzen kosten sollte, zugeschossen werden.

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