VEB Drei Streif Kaffeefabrik

Die ehemalige Nordhäuser Kaffefabrik galt zu aktiven Zeiten als Vorzeigebetrieb. Zu DDR-Zeiten firmierte der Betrieb unter dem Namen „VEB Drei Sreif“. Die meistverkauften Sorten waren „Rondo“, „Mona“, „Melange“, später als Bohnen verpackt „Der Milde“ und „Der Mokka“. Bis zur Wende waren mehr als 50 Mitarbeiter beschäftigt, der Betrieb arbeitete Kostendeckend. Noch nach der Wende lief die Produktion unter dem Namen „Drei Streif Kaffeerösterei GmbH“ weiter, z.B. produzierte man eigens für den türkischen Markt die Sorte „Säray“. Dann übernahm eines der größten deutschen international tätigen Konsumgüter- und Einzelhandelsunternehmen mit Sitz in Hamburg Drei Streif.

Das Hamburger Unternehmen schien kein wirkliches Interesse an der Weiterführung des Betriebes gehabt zu haben. Aus diesem Grund schlug die Belegschaft vor, den Betrieb selbständig wetierzuführen. Doch die Treuhand lehnte ab und setzte einen Geschäftsführer ein, der weder in neue Technik investierte, noch den Warnungen und Hinweisen seiner Belegschaft Gehör schenkte. Über die Jahre sank die Belegschaft auf zuletzt 7 Mitarbeiter. 1999 wurde der Betrieb nach einem vorläufigen Insolvenzverfahren geschlossen und ein Jahr später aus dem Handelsregister gelöscht.

Schon 2012 sollte die Fabrik dem Erdboden gleichgemacht werden. Doch erst Anfang 2016 begannen die Arbeiten. 690.000 Euro kostete der Abbruch. Dieser machte Platz für das Projekt „IFA-Industriepark“, das bereits 2013 vom Landesverwaltungsamt bestätigt wurde. Entfernt wurden auch die maroden Wohnhäuser aus den 60er Jahren im Umfeld der Fabrik.

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Dokument erstellt am 19.04.2016
Letzte Änderung am 19.04.2016

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André Winternitz, Jahrgang 1977, ist freier Journalist und Redakteur, lebt und arbeitet in Schloß Holte-Stukenbrock. Neben der Verantwortung für das Onlinemagazin rottenplaces.de und das vierteljährlich erscheinende "rottenplaces Magazin" schreibt er für verschiedene, überregionale Medien. Winternitz macht sich stark für die Akzeptanz verlassener Bauwerke, den Denkmalschutz und die Industriekultur.

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