Überführung Weg Hesseler: Eine Brücke auf dem Rastplatz

Spannbetonbrücke "Hesseler" auf dem A2-Parkplatz der Raststätte Vellern. Fotos: André Winternitz
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Auf der Bundesautobahn 2 überspannte bei Streckenkilometer 371,9 zwischen den Anschlussstellen Beckum und Oelde seit 1938 die älteste Spannbetonbrücke. Die Brücke entstand im Rahmen des Baus der Reichsautobahn zwischen Dortmund und Hannover in der Bauerschaft Hesseler zur Überführung eines Weges zu einem Bauernhof. Der Überbau war 33 Meter lang, sechs Meter breit und 1,87 Meter hoch. Sie wurde so gebaut, dass sie einer maximalen Belastung durch einen LKW mit sechs Tonnen und eine Dampfwalze mit sieben Tonnen standhalten konnte – was den damaligen Nutzungsansprüchen des landwirtschaftlichen Verkehrs entsprach. Anstelle einer damals üblichen zweifeldrigen Stahlbetonbrücke wurde eine einfeldrige Balkenbrücke gebaut. Sie wurde in „Spannbeton mit sofortigem Verbund“ gemäß einem Patent von Eugène Freyssinet aus den Jahren 1928 und 1935 hergestellt.

Bedingt durch einige Kollisionen, aber auch den natürlichen Verfall musste die Brückenunterseite mehrfach abgehängt werden, um Fahrzeuge vor herabfallenden Betonteilen zu schützen. 1991 trug man die Brücke als technisches Denkmal in die Denkmalliste der Stadt Beckum ein. 2012 verbrachte man den Brückenoberbau zwecks Erhalt als Baudenkmal von seinem ursprünglichen Standort auf den 1,5 km entfernten A2-Parkplatz der Raststätte Vellern (Fahrtrichtung Dortmund-Hannover). Hier erfolgten dann die Instandsetzungsarbeiten, später wurde der Überbau mit Sitzgelegenheiten ausgestattet. Die Gesamtkosten betrugen damals 300.000 Euro.

Spannbetonbrücke „Hesseler“ auf dem A2-Parkplatz der Raststätte Vellern. Fotos: André Winternitz

In Gesprächen mit den zuständigen Denkmalbehörden wurde deutlich, dass der Abbruch des Überbaus nicht genehmigt werden würde. Stattdessen sollten technische Möglichkeiten zur Erhaltung des Überbaus an anderer Stelle gesucht werden. Um das Bauwerk in seiner Denkmaleigenschaft auch weiterhin dauerhaft zu erhalten und der interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wählte die Straßen.NRW-Autobahnniederlassung Hamm die Rastanlage Vellern-Süd aus. 2011 wurde durch die Denkmalbehörde die denkmalrechtliche Erlaubnis zur Versetzung des Überbaus erteilt.

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