TIPP 072: Denkort Bunker Valentin

Foto: Artstory2014/CC BY-SA 3.0

Der U-Boot-Bunker Valentin, häufig auch U-Boot-Bunker Farge genannt, ist ein im Bremer Ortsteil Rekum an der Weser gelegenes Bauwerk, das während des Zweiten Weltkrieges von 1943 bis März 1945 unter Einsatz von Zwangsarbeitern errichtet wurde. Mindestens 1.300 Menschen überlebten die Baustelle nicht. In dem Bunker sollten in Sektionsbauweise U-Boote des Typs XXI gebaut werden. Es handelte sich um das größte Rüstungsprojekt der Kriegsmarine. Der U-Boot-Bunker wurde zu etwa 95 Prozent fertiggestellt; auf Grund des Kriegsverlaufes konnte der Bau der Typ-XXI-Boote nicht mehr aufgenommen werden.

Der Bunker ist gemessen an der Grundfläche (35.375 m²) der größte freistehende Bunker in Deutschland und der zweitgrößte in Europa. Verbaut wurden eine Million Tonnen Kies und Sand, 132.000 Tonnen Zement und 20.000 Tonnen Stahl. Der größte U-Boot-Bunker des Zweiten Weltkrieges wurde im besetzten Frankreich bei Brest errichtet.

Ein Teil des Gebäudes wurde bis Ende 2010 von der Bundeswehr als Teildepot des Wilhelmshavener Marinematerialdepots 2 genutzt. Zwischen Mai 2011 und November 2015 wurde der Bunker zu einer Gedenkstätte mit Besucherzentrum umgebaut. Am 8. November 2015 wurde der Denkort Bunker Valentin eröffnet. Seitdem ist er dienstags bis freitags und sonntags jeweils von 10.00 bis 16.00 geöffnet. Auch Führungen werden nach Voranmeldung weiterhin angeboten. Begehbar ist der Teil des Bunkers, der von der Bundesmarine als Depot genutzt worden ist. Der zerstörte Teil ist aber seit Ende der Umbauarbeiten in einem Tunnel einsehbar. Der Rest der Ruine ist aus Sicherheitsgründen gesperrt. Der Bund und das Land Bremen haben in den vergangenen fünf Jahren jeweils 1,9 Millionen Euro investiert, um den Bunker zu einem „Denkort“ mit einem Besucherzentrum auszubauen.

Kontakt und Infos

Denkort Bunker Valentin
Rekumer Siel
28777 Bremen
Telefon: 0421 / 69673670

Webseite: www.denkortbunkervalentin.de
E-Mail: mail@bunkervalentin.de

Öffnungszeiten und Führungen

Dienstag-Freitag 10-16 Uhr
Sonntag 10-16 Uhr
An Feiertagen geschlossen.

Geodaten

53° 13′ 0″ N, 8° 30′ 15″ E

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André Winternitz, Jahrgang 1977, ist freier Journalist und Redakteur, lebt und arbeitet in Schloß Holte-Stukenbrock. Neben der Verantwortung für das Onlinemagazin rottenplaces.de und das vierteljährlich erscheinende "rottenplaces Magazin" schreibt er für verschiedene, überregionale Medien. Winternitz macht sich stark für die Akzeptanz verlassener Bauwerke, den Denkmalschutz und die Industriekultur.

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