TBA Bergisch-Born

In Bergisch-Born liegt eine alte Seifensiede umgangssprachlich auch Abdeckerei oder Tierkörperbeseitigungsanstalt (TBA) genannt. Die Anlage steht seit einigen Jahren leer und Stadt und Land streiten momentan darüber, ob dort ein Gewerbepark entstehen darf, oder nicht. Bis zum Jahr 1991 galt für die TBA eine Tabuzone von 1000 Metern, die mit dem Besitzerwechsel auf 500 reduziert wurde. Noch im selben Jahr wurde eine neue, hochmoderne Filteranlage installiert, sodass die Tabuzone auf 250 Meter herunterreduziert wurde.

Die Stadt Remscheid würde das TBA-Gelände und die nordwestlich angrenzende Fläche im neuen Flächennutzungsplan der Stadt gerne als Gewerbegebiet ausweisen (Stand 2010). Schließlich grenzt daran das Industriegebiet Bergisch Born, in das z.B. die Firma Elotherm (früher Hasten) gezogen ist. Doch die Bezirksregierung in Düsseldorf hat Bedenken angemeldet. Der Gebietsentwicklungsplan (GEP) 99 sehe dort „allgemeinen Freiraum- und Agrarbereich“ vor. Zitat: „Für die TBA ist die Betriebsgenehmigung seit langer Zeit erloschen. Die Gebäude auf dem Gelände befinden sich im Verfall. Die zweckgebundene Nutzung liegt nicht mehr vor.“

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Noch weht bei „ungünstigen“ Windverhältnissen ein Kadavergeruch über das Gelände. Die unmittelbaren Anwohner jedoch wären froh, wenn die Geschichte der TBA entgültig besiegelt werden würde.

Die Remscheider Entsorgungsbetriebe (REB) mieteten einen gut erhaltenen Gebäudeteil von der Stadt Remscheid zur Betreibung als Biomüllumladekippstation und sind weiterhin hier ansässig. 2013 wurde der Abbruch beschlossen, 2014 rückten die Bagger an und entfernten die „Stinkfabrik“, wie sie die Nachbarn nannten. Für den Abbruch verantwortlich war die TG Umwelttechnik GmbH. Die Abbruchsumme belief sich laut dem RGA auf rund 515.000 Euro. Ein angedachtes Gewerbegebiet wurde aus Naturschutzgründen vom Regionalrat abgelehnt.

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Dokument erstellt am 26.09.2010
Letzte Änderung am 30.06.2014

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André Winternitz, Jahrgang 1977, ist freier Journalist und Redakteur, lebt und arbeitet in Schloß Holte-Stukenbrock. Neben der Verantwortung für das Onlinemagazin rottenplaces.de und das vierteljährlich erscheinende "rottenplaces Magazin" schreibt er für verschiedene, überregionale Medien. Winternitz macht sich stark für die Akzeptanz verlassener Bauwerke, den Denkmalschutz und die Industriekultur.