Stadt verbietet Abriss von Continental-Altgebäuden 44 und 51

Hannover (aw). Auf dem ehemaligen Continental-Areal sind die meisten Gebäude bereits verschwunden. Hier entsteht die Wasserstadt Limmer. Im April 2017 wurde der erste Spatenstich ausgeführt, zwei Jahre später begannen die Tiefbauarbeiten. Läuft alles nach Plan, könnten hier 2022 die ersten 550 Wohnungen stehen. Bis 2029 sollen 1.800 Wohnungen für 3.500 Menschen verfügbar sein. Doch jetzt gibt es neuen Zündstoff zwischen Stadt und Investor und Wasserstadt-Eigentümer Günter Papenburg. Die Continental-Altgebäude 44 und 51 am Stichkanal stehen unter Denkmalschutz. Aus diesem Grund hat die Stadt nun den Rückbau untersagt. Papenburg hingegen klagt vor dem Verwaltungsgericht gegen diesen Entschluss.

Wie die „Hannoversche Allgemeine“ berichtete, liegen zwischenzeitlich acht von insgesamt vierzehn Baugenehmigungen der gemeinsamen Gesellschaft von Eigentümer Günter Papenburg und der Volksbank BraWo-Unternehmensgruppe, der Wasserstadt Limmer Projektentwicklung GmbH vor. Drei weitere Baugenehmigung wurden eingereicht, so die Gesellschaft. Dazu gehört auch die Genehmigung, für den Rückbau der denkmalgeschützten Bauten 44 und 51. Die Bürgerinitiative Wasserstadt Limmer (BI) kämpfte bisher unermüdlich für einen Erhalt, hatte sogar eine erneute Untersuchung erreicht, um diese zu erhalten. Denn nach der Auffassung der BI handelt es sich bei den Bauten am Kanal um einen wesentlichen Bestandteil der Stadtteilgeschichte von Limmer.

Bisher wurde vermutet – dies berichteten auch diverse lokale Medien – sollte die Kulisse auch Sicht der Wasserstadt Limmer Projektentwicklungsgesellschaft als eine Art „bestehene Lärmschutzwand“ für die Neubauten dienen, die nach Fertigstellung der neuen Lärmschutzwand entlang der Güterumgehungsbahn im Januar „nebenbei“ entfernt werden sollte. Dann gäbe es nur einen Zeitzeugen auf dem früheren Continental-Areal: der inzwischen sanierte Wasserturm. Doch dem war nicht so.

Anfang des Jahres hatte der Bezirksrat Linden-Limmer – auf Antrag der Grünen – ohne Gegenstimmen beschlossen, dass die Stadt mit einem Gutachten untersuchen lassen soll, wie sehr die Bauten mit giftigen Nitrosaminen und Rückständen von Mineralölen belastet sind und unter welchen Voraussetzungen die Gebäude zu Wohnzwecken oder Gewerbe nutzbar wären. Investor Papenburg sah und sieht einen Erhalt und eine Sanierung der Bauten als unwirtschaftlich. Dies musste er nachweisen und tat er auch. Aber, Papenburgs Prüfung habe ergeben, dass der Investor – also Papenburg – „die wirtschaftliche Unzumutbarkeit nicht entsprechend den gesetzlich geforderten Voraussetzungen nachgewiesen hat“, teilte Stadtsprecherin Michaela Steigerwald mit.

Nach Angaben der Stadt habe man, weil weder eine Stellungnahme noch eine Nachbesserung eingereicht wurde, den Rückbau abgelehnt. Gegen diese Entscheidung habe Papenburg aber die Möglichkeit, beim Verwaltungsgericht Ansprüche geltend zu machen. Und obwohl Papenburg diesen Trumpf ausspielen könnte, hat er gegenüber der Stadt auch eine andere Option ins Spiel gebracht. Denn diese sucht händeringend neue Räume für ein zentrales Stadtarchiv. Dieses könnte – entsprechend dem Investor – dort einziehen, außerdem Depots ihrer Museen. „Ich habe der Stadt angeboten, die Gebäude passend umzubauen und langfristig als Archiv zu vermieten“, so Papenburg. Erhört wurde er dennoch nicht. Im Gegenteil.

Papenburg erklärte gegenüber der „Neuen Presse“, es sei bedauerlich, dass „kein vernünftiges Gespräch“ stattgefunden habe. Der Investor und Eigner sagte, er wurde seitens der Stadt abgewimmelt, dass er doch an der Ausschreibung teilnehmen solle. Außerdem habe man darauf hingewiesen, dass der Standort 500 Meter außerhalb des gewünschten Radius sei. Investor Papenburg drängt auf eine Entscheidung zu den Gebäuden. Ansonsten sehe man sich nicht in der Lage, die nächsten Schritte der Wasserstadt zu planen und zu realisieren.

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