St. Maria Magdalena erhält Fördervertrag

Münnerstadt (dsd/aw). Für die Konservierung und Restaurierung der Chorfenster, konkret des Apostel-, des Pfingst- und des Magdalenenfensters, in der Pfarrkirche St. Maria Magdalena in Münnerstadt stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank ihres Namensfonds Hans und Annemarie Löffler-Stiftung, des Otmar-Dittrich-Namensfonds und der Lotterie GlücksSpirale 100.000 Euro bereit. Den symbolischen Fördervertrag überbrachte Martin Kuchler, Ortskurator Münnerstadt der DSD, gemeinsam mit Beatrix Numberger von Lotto Bayern an Pfarrer Markus Reis.

Die Errichtung der St. Maria Magdalena-Kirche begann um 1230. Heute ist von dem spätromanischen Kirchenbau noch das Westportal im Westturm erhalten. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts übernahm die Bürgerschaft den Kirchenneubau. Für den Chor wird aus stilistischen Gründen als Entstehungszeit die Jahre zwischen 1400 und 1420 angenommen. Die am Südturm angebrachte Jahreszahl 1446 würde sich damit auf einen Zeitpunkt nach dem Chorbau beziehen, etwa als der Turm seine heutige Höhe erreichte.

Zwischen 1415 und 1440 stiftete die Münnerstädter Bürgerschaft als Zeichen des wachsenden Wohlstandes der Stadt sieben prächtige Fenster im Chorbau. Dargestellt sind das Pfingstwunder, die Vita der Heiligen Elisabeth, die Passion Christi, die Legenden der Heiligen Katharina und Kilian, der Heiligen Maria Magdalena sowie die Apostel. Nach der Reformation waren die Fenster dem Verfall ausgesetzt. Weitere Eingriffe erfuhren sie zu Beginn des 17. Jahrhunderts, als der Würzburger Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn die Kirche umbauen ließ. Mit der Rückbesinnung auf die Kunst des Mittelalters erfolgten erste Restaurierungen im 19. Jahrhundert. Die heutige Anordnung der Fenster basiert auf einer in den 1970er Jahren durchgeführten Restaurierung, bei der man die bestmögliche Rekonstruktion des originalen Zustandes der Fenster anstrebte.

Das südliche Seitenschiff der Magdalenenkirche entstand um 1503, das nördliche hundert Jahre später. Nach der Reformation ließ der Fürstbischof im Zuge der Gegenreformation als Zeichen des katholischen Glaubens das Langhaus komplett umgestalten. Arkaden und Wände des Mittelschiffes wurden nach Tieferlegung des Fußbodens neu errichtet, bemalte Flachdecken eingezogen sowie an zahlreichen Stellen des Langhauses Grisaille-Malereien angebracht. Der Kirchenbau ist überaus reich ausgestattet.