St. Laurentius in Lunden erhält zweiten Fördervertrag

St. Laurentius in Lunden. Foto: Oxfordian Kissuth/CC BY-SA 3.0
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Lunden (dsd/aw). Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) untertsützt zum zweiten Mal die evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Laurentius in Lunden (Kreis Dithmarschen). Dieses Mal überbrachte die Stiftung einen Fördervertrag der über 20.000 Euro für die Sanierung des Außenmauerwerks der St. Laurentiuskirche. Die DSD hat bereits im vergangenen Jahr die Kirche im Landkreis Dithmarschen bei der Überarbeitung und Teilerneuerung der Dacheindeckung mit 25.000 Euro unterstützt. Die Laurentiuskirche, deren Geschlechterfriedhof kulturgeschichtlich ein Unikat ist, ist eines von über 190 Projekten, die die private Denkmalschutzstiftung dank Spenden und Mittel der Glücks-Spirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Schleswig-Holstein fördern konnte.

Der Ort Lunden wird 1140 erstmals urkundlich erwähnt und erhielt das Stadtrecht 1529 von der Dithmarschen Landesversammlung. Die Kirche errichtete man auf einer Anhöhe. Auf der hohen Sanddüne gab es vermutlich schon zu heidnischer Zeit eine Kultstätte.

Die romanische Feldsteinkirche mit spätgotischer Chorverlängerung erhielt die heutige Gestalt im Wesentlichen 1834, als sie nach einem Brand in Backstein wiederaufgebaut wurde. Die Orgel datiert aus dem Jahr 1839.

Die dringend zu beseitigenden Schäden am Mauerwerk und an der Dachdeckung hat Echter Hausschwamm verursacht. Es müssen nach der Hausschwammbekämpfung auch die Dacheindeckung, die Dach- und Turmkonstruktion sowie die Sanierung des Mauerwerks ausgeführt werden.

Weithin bekannt machte die Laurentiuskirche der sie umgebende Geschlechterfriedhof. Er wurde vor fünf Jahren hergerichtet und erinnert als eines der eindruckvollsten Gräberfelder Schleswig-Holsteins an die freie Dithmarscher Bauernrepublik. Die Grabmale stammen meist aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Jedes Grab steht hier für einen Hof. Charakteristisch sind Stelen aus Sandstein und Gruftkeller unter großen Sandsteinplatten. Auf diesen Platten haben sich zahlreiche Inschriften, Reliefs und alte Geschlechterwappen erhalten.

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André Winternitz, Jahrgang 1977, ist freier Journalist und Redakteur, lebt und arbeitet in Schloß Holte-Stukenbrock. Neben der Verantwortung für das Onlinemagazin rottenplaces.de und das vierteljährlich erscheinende "rottenplaces Magazin" schreibt er für verschiedene, überregionale Medien. Winternitz macht sich stark für die Akzeptanz verlassener Bauwerke, den Denkmalschutz und die Industriekultur.

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