St. Johanniskirche erhält neue Stiftungs-Fördermittel

Die Johanniskirche in Werben. Foto: Marie-Luise Preiss
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Werben (dsd/aw). Seit 1997 unterstützt die treuhänderische Gisela und Ernst Alers-Stiftung in der Deutschen Stiftung Denkmalschutz die St. Johanniskirche in Werben (Landkreis Stendal), die ebenfalls treuhänderische Ernst Ritter-Stiftung, die seit 1998 Mittel für bedrohte Baudenkmäler in Ostdeutschland zur Verfügung stellt, zum ersten Mal. Zusammen mit weiteren zweckgebundenen Spenden speist sich der diesjährige Fördervertrag der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) für die Fortsetzung der Dachsanierung der Johanniskirche in Höhe von 100.000 Euro aus diesen drei Quellen.

Markgraf Albrecht der Bär (1100-1170) schenkte die Festung Werben nach einer Pilgerfahrt ins Heilige Land dem in Jerusalem ansässigen Johanniterorden. Sie war die erste Johanniter-Komturei nördlich der Alpen. Werben erhielt 1225 Stadtrecht, wurde Mitte des 13. Jahrhunderts Reichsstadt und gehörte ab 1358 zur Hanse. Der Johanniterorden wurde 1810 aufgelöst und der heute 900 Einwohner zählende Ort erlebte seinen langsamen Niedergang.

1160 baute der Orden eine erste Kirche in den fruchtbaren Niederungen der altmärkischen Wische. Den Bau der mächtigen St. Johanniskirche allerdings machte erst der rege Ablasshandel des 15. Jahrhunderts möglich. In zwei Bauabschnitten zwischen 1414 und 1466 entstand eine prächtige spätgotische Hallenbasilika. Die mittelalterlichen Glasmalereien stammen zum Teil noch aus dem Vorgängerbau, ebenso wurde der mächtige querrechteckige Westturm vom romanischen Ursprungsbau übernommen und erhöht.

Der dreischiffige Backsteinbau erhielt eine reiche Ausstattung. Der geschnitzte Hauptaltar aus der Zeit des „Weichen Stils“ gilt als eines der Schlüsselwerke der märkischen Skulptur und Malerei. Neben der Messingtaufe des Hamburger Glockengießers Hermen Bonstede sowie der Sandsteinkanzel des Magdeburger Bildhauers Michael Spieß und zahlreichen weiteren bedeutenden Ausstattungsstücken ist die Barock-Orgel von Joachim Wagner von 1747 auf der gleichzeitig erbauten Empore besonders erwähnenswert.

Die Instandsetzung des Kirchenschiffdachs begann bereits im vergangenen Jahr.

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